DOGON Reiterfigur (Speer schwingend)
Ein massiver monumentaler Dogon-Reiter (dem 19. Jh. zugeschrieben, 122 cm) aus Mali - ein imposanter Anführer, der einen Speer schwingt und auf einem stark stilisierten Pferd sitzt. Er trägt eine ausgeprägt trockene, tief zerklüftete, vom Wind erodierte grau-braune Patina. Publiziert in DOGON S. 28. Gepaart mit 0379.
1. Monumentaler Dogon-Kubismus
Dieser dem 19. Jahrhundert zugeschriebene Reiter gilt als ein herausragendes Beispiel des kubistischen Stils der Dogon - einer Bildsprache, die den westlichen Modernismus des 20. Jahrhunderts stark beeinflusst hat.
- Sich überschneidende geometrische Volumina: Der Künstler behandelt den menschlichen und den tierischen Körper als sich überschneidende Zylinder, Sphären und scharfe Winkel - er entfernt den flüssigen Naturalismus, um stoische, unnachgiebige Kraft zu vermitteln.
- Dominierender Maßstab: Mit 122 cm übertrifft dieses Werk sein Pendant 0379 um 14 cm und wird so zu einem monumentalen architektonischen Herzstück, das den physischen Raum eines Dorfheiligtums dominieren soll.
2. Der Hogon und die kosmische Arche
In der Dogon-Mythologie ist das Pferd die irdische Darstellung der "Arche", die die Ur-Ahnen der Nommo vom Himmel auf die Erde brachte.
- Speer als Autorität: Ein Reiter, der einen Speer schwingt, symbolisiert in diesem Kontext kriegerische und kosmische Autorität - ein Ausdruck spiritueller Macht, die sich in Waffen manifestiert.
- Denkmal des Stammesgründers: Dieses massive Stück wurde traditionell zum Gedenken an einen legendären Stammesgründer geschnitzt - im Hof des Hogon aufgestellt, sollte es die kosmische Ordnung des Dorfes sichern und die herrschende Elite direkt mit der mythischen Entstehungsgeschichte des Dogon-Volkes verbinden.
3. Austrocknung des Steilhangs und Abstammung der Elite
Dieses Stück zeichnet sich durch seine Dokumentation in der Fachliteratur aus – es ist im Referenzwerk DOGON auf S. 28 abgebildet.
- Mikroklima der Bandiagara-Klippen: In den trockenen Höhlen der Bandiagara-Klippen gelagert, ist das Holz über einen langen Zeitraum hinweg getrocknet.
- Pulverförmige gebleichte Oxidation: Tiefe strukturelle Risse und eine pulverförmige gebleichte Oxidation sind charakteristisch für das besondere Mikroklima der malischen Klippen.
Zusammenfassung
Dieser Dogon-Speerschwinger, dem 19. Jahrhundert zugeschrieben, ist mit 122 cm der größere der beiden 0379/0381, die in der Fachliteratur dokumentiert sind. Seine strenge, höhlenartige Patina und seine ausgeprägte kubistische Geometrie machen ihn zu einem bedeutenden Zeugnis dieser bildhauerischen Tradition.



