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Notizen

DOGON Awele Spielbrett mit Deckel (Sehr Selten)

Ein massives Dogon Awele Spielbrett (1. Hälfte 20. Jh., 90 cm) aus Mali - ein langer, bootsförmiger Trog mit zwei Reihen halbkugelförmiger Spielbecher mit vorspringenden, geschnitzten menschlichen Köpfen an jedem Ende, die als Griffe dienen. Einzigartig ist der geschnitzte Deckel, der mit einem aufwendigen Hochrelieffries aus ineinandergreifenden, länglichen menschlichen Figuren verziert ist. Das Holz trägt eine tiefe, gesättigte, stark bearbeitete Patina.

1. Die Architektur von Prestige und Freizeit

Das Spiel Awele (Mancala) ist in ganz Westafrika allgegenwärtig - doch die Dogon erheben das Spielbrett zu einem Objekt von monumentalem architektonischem Prestige.

  • Der Künstler hat das Spielbrett als Arche der Welt aus der Dogon-Mythologie konzipiert - mit imposanten, behelmten Ahnen am Bug und am Heck, die das Schiff lenken.
  • Seltener passender Deckel: Das Vorhandensein des originalen passenden geschnitzten Deckels - mit einem komplexen rhythmischen Fries aus ineinandergreifenden Nommo (Ur-Figuren) - ist unglaublich selten und deutet darauf hin, dass dies ein sehr geschätzter königlicher oder älterer Besitz war.

2. Kosmogonie und die Aussaat von Saatgut

In der Dogon-Philosophie ist das Spiel Awele keine bloße Unterhaltung - es ist ein tiefgründiges kosmologisches Ritual.

  • Brett als Erde: Das Brett stellt die Erde dar und die Gruben die landwirtschaftlichen Felder - die Spielfiguren symbolisieren die Aussaat der Feldfrüchte und die zyklische Natur des menschlichen Lebens, des Todes und der Wiedergeburt.
  • Kosmologie der älteren Männer: Ausschließlich von Männern und Älteren gespielt - die taktische Bewegung der Samen über das Brett spiegelt die komplexen Bewegungen der Sterne und die Verteilung von Nyama (Lebenskraft) wider, die vom Schöpfergott Amma diktiert wird.

3. Sättigung und Reibungsverschleiß

Die physische Oberfläche ist eine makellose forensische Karte der Geschichte.

  • Glasähnliche Innenseiten der Becher: Die Innenseiten der Spielbecher sind durch die jahrzehntelange Einwirkung von Samen und menschlichen Fingern, die schnell in ihnen herumwirbelten, vollkommen glatt - fast wie Glas poliert.
  • Togu-Na-Gebrauchspatina: Kanten des Deckels und Gesichter der Griffe zeigen die schwere, ölige Gebrauchspatina, die durch ständige ehrfürchtige Nutzung im Schatten des Togu Na (Männer-Treffpunkt) während des frühen 20. Jahrhunderts entstand.

Zusammenfassung

Diese Dogon Awele-Tafel ist eine außergewöhnliche Verschmelzung von elitärer Freizeitgestaltung, komplexer Reliefschnitzerei und landwirtschaftlicher Mythologie. Das Überleben seines komplizierten Deckels und der tiefe glasartige Reibungsverschleiß im Inneren seiner Schalen machen es zu einem unschätzbaren ethnografischen Artefakt.

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