BAGA Timba Ritualtrommel auf weiblicher Karyatide
Eine Baga Timba Ritualtrommel auf weiblicher Karyatide (1. Hälfte 20. Jh., 86 cm) aus Guinea – eine schwere zylindrische Holztrommel mit einer gespannten Fellmembran, die über dem Kopf einer stehenden weiblichen Figur mit erhobenen Armen und klassischer Baga-Gesichtsgeometrie getragen wird. Das dichte Holz ist sehr dunkel und glänzend, mit verblassten polychromen geometrischen Akzenten auf dem Boden der Trommel.
1. Karyatidenarchitektur der Timba
Die Baga sind bekannt für ihre monumentalen Skulpturen, insbesondere für die Timba – eine massive rituelle Trommel, die von einer weiblichen Karyatide getragen wird.
- Menschliche Form als struktureller Pfeiler: Die weibliche Figur wurde als architektonischer Pfeiler eingesetzt; ihre erhobenen Arme und ihr Kopf tragen das Gewicht der darüber liegenden Trommel.
- Baga-Gesichtsstarre: Das Gesicht weist das für den Baga-Stil typische markante halbrunde Profil und den schweren Kiefer auf – es vermittelt eine große Stärke und verbindet die menschliche Form mit der rituellen Funktion des Instruments.
2. Die Stimme der Simo-Gesellschaft
Diese Trommeln dienten traditionell nicht der bloßen Unterhaltung, sondern wurden mit der Stimme der Simo-Geheimgesellschaft assoziiert.
- Stimme der Geister: Sie wurde bei wichtigen Ereignissen der Gemeinschaft geschlagen – bei der Initiation der Jungen, bei Beerdigungen von Ältesten und bei großen landwirtschaftlichen Festen –, wobei der tiefe, resonante Klang traditionell mit der Stimme der Geister verbunden wurde.
- Die weibliche Karyatide wird oft als Darstellung der ursprünglichen Ahnenmutter interpretiert, die symbolisch die Last der dörflichen Tradition trägt und die Kommunikation mit dem spirituellen Reich erleichtern soll.
3. Akustische Abnutzung und rituelle Politur
Die Patina dieses zusammengesetzten Objekts ist stark ausgeprägt.
- Glänzende Karyatiden-Handhabung: Die hölzerne Karyatide weist eine dunkel glänzende Handhabungspatina auf, die auf eine intensive Nutzung, Ölsalbung und Handhabung hindeuten kann.
- Trommelfell und Pigment: Die Tierhaut ist gealtert, gedehnt und weist Verfärbungen auf, die auf den Gebrauch zurückzuführen sein können; die verblassten polychromen geometrischen Einschnitte an der Basis der Trommel sind mit einer Entstehung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vereinbar.
Zusammenfassung
Diese Baga Timba-Trommel ist ein bedeutendes ethnografisches Objekt, das Skulptur und rituelle Funktion verbindet. Die ausgeprägte Glanzpatina der Karyatidenfigur und die Gebrauchsspuren auf dem Trommelfell sprechen für eine aktive Rolle in den rituellen Kontexten der Simo-Gesellschaft.

Cresthead Schlangenmaske

Zoomorphe Schreinfigur (wird bei rituellen Zeremonien verwendet)

Schlangenkopfwappen
