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Notizen

DOGON Zwei abgeschwächte weibliche Bronzefiguren (19. Jh., 9/10 cm)

Ein Paar stark abgeschwächter, langgestreckter weiblicher Bronzefiguren auf flachen Sockeln mit stilisierten Brüsten, ausgeprägtem Nabel und langen, dünnen Gliedmaßen, die leicht von den röhrenförmigen Torsi abstehen. Sie weisen eine trockene, rostbraune und grüne, oxidierte Patina auf.

1. Ästhetischer Stil und regionale Charakteristika

Diese Figuren verkörpern die extreme, vertikale Streckung, die häufig mit dem antiken Tellem und der klassischen Dogon-Metallurgie in Verbindung gebracht wird. Die radikale Abschwächung der Gliedmaßen und des Rumpfes lässt den menschlichen Realismus verschwinden und betont ihre Identität als jenseitige Wesen. Diese Vertikalität ist eine visuelle Metapher für die Verbindung zwischen dem Himmel (dem Reich des Schöpfergottes Amma) und der Erde, ein zentrales Thema der Dogon-Kosmologie. Die an den Tellem angelehnte Sprache hat das zusätzliche Gewicht einer behaupteten Kontinuität mit einer vor-dogonischen religiösen Ordnung.

2. Rituelle Funktion und das weibliche Prinzip

Im Dogon-Mythos stellen weibliche Figuren häufig die Nommo dar - die ursprünglichen, androgynen oder weiblichen Schöpfergeister, die dafür verantwortlich sind, Wasser, Ordnung und Leben in die Welt zu bringen. Auf einem Binu-Altar platziert, dienen diese paarweise angeordneten weiblichen Figuren als Kristallisationspunkte für Gebete im Zusammenhang mit der menschlichen Fortpflanzung, der Fruchtbarkeit der Hirsekulturen und der Kontinuität der matrilinearen Lebenskraft (Nyama). Das Paarformat verweist auf die im Nommo-Schöpfungsmythos enthaltene Dualität - es handelt sich nicht um zwei Vorfahren, sondern um zwei Aspekte eines einzigen schöpferischen Prinzips.

3. Physische Patina und Altersnachweis

Die Oberflächen dieser Bronzen sind stark degradiert und weisen keine polierte Oberfläche auf. Sie sind mit einer dicken, matten und komplexen Patina aus Cuprit (rötlich-braun) und Malachit (grün) überzogen. Diese starke Verwitterung deutet darauf hin, dass sie viele Jahrzehnte der rauen, trockenen Umgebung des Bandiagara Escarpment ausgesetzt waren, was ihre Herkunft aus dem 19. Jahrhundert bestätigt. Die übereinstimmende Patinatiefe beider Figuren bestätigt, dass sie über viele Jahrzehnte hinweg parallel zueinander standen.

Zusammenfassung

Dieses Paar weiblicher Dogon-Bronzen nutzt meisterhaft die extreme Dehnung, um die jenseitige Natur der Nommo-Schöpfergeister zu vermitteln. Ihre tiefe, ungereinigte Oxidation und die strenge Geometrie bestätigen, dass es sich um authentische Altarartefakte aus dem 19.

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