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Notizen

DOGON Bronze-Mutterschaftsfigur (19. Jh., 15 cm)

Eine stilisierte, längliche Bronzefigur, die eine stehende Frau mit einem Kind darstellt, das sich an ihre Hüfte/ihren Oberkörper klammert. Die Figur zeigt die klassische Dogon-Helmfrisur, hervorstehende Gesichtszüge und eine dunkle, oxidierte und leicht verkrustete Patina.

1. Ästhetischer Stil und regionale Züge

Diese Bronze setzt die klassische, langgestreckte Vertikalität der Dogon-Holzschnitzerei perfekt in eine dauerhafte Metallform um. Die radikale Abschwächung des Rumpfes und der Gliedmaßen unterstreicht die Identität der Figur als spirituelles Wesen, das wahrscheinlich einen der Nommo (die ursprünglichen Schöpfergeister) oder einen verehrten Stammesgründer darstellt. Die Einbeziehung des Kindes bedeutet die erfolgreiche Übertragung der Lebenskraft (nyama) aus dem spirituellen Bereich in die physische Welt. Die Dogon-Mutterschaft wird durchweg als Übertragung von Nyama und nicht als Darstellung der Mutterschaft kodiert.

2. Rituelle Funktion und Kontinuität der Abstammung

In der Dogon-Gesellschaft ist die Sicherung der Kontinuität der Abstammungslinie von größter Bedeutung. Diese mütterliche Figur wäre ein zentraler Bestandteil des Binu-Altars einer Familie gewesen. Durch die Darbringung von Trankopfern und Gebeten an diese besondere Darstellung der mütterlichen Macht wollte sich die Familie den Segen für die menschliche Fortpflanzung, eine sichere Geburt und das allgemeine Wohlergehen des Haushalts sichern. Die Ikonographie der Mutter mit ihrem Kind spricht direkt die zentralen Ängste der Dogon-Haushalte an - die Zerbrechlichkeit des Überlebens von Säuglingen im Klima der Sahelzone.

3. Physische Patina und Altersnachweis

Die Oberfläche der Bronze weist eine tiefe, komplexe Patina auf, die charakteristisch für den langen Gebrauch auf einem Altar ist. Sie weist keine handelsübliche Politur auf, sondern zeigt stattdessen örtlich begrenzte Bereiche mit Malachit-Oxidation (grün) und Spuren von getrockneten, verkrusteten Opferstoffen (wahrscheinlich Hirsebrei oder Öl), die in den Vertiefungen der Schnitzerei eingebettet sind. Diese spezifischen umweltbedingten und rituellen Verwitterungserscheinungen bestätigen die Echtheit der Skulptur aus dem 19. Jahrhundert.

Zusammenfassung

Eine höchst eindrucksvolle Dogon-Bronze, die die vertikale Abstraktion meisterhaft einsetzt, um die heilige Natur der Mutterschaft und die Kontinuität der Ahnen zu vermitteln. Seine aktive, verkrustete Altarpatina sichert seinen Status als echtes rituelles Objekt aus dem 19.

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