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Notizen

DOGON Vertical-Crested Awa Society Maske (59 cm)

Eine hohe, sehr geometrische Holzmaske mit einem rechteckigen Gesicht mit tiefen, quadratischen Augenhöhlen und einer langen, geraden Nase. Sie wird von einem hoch aufragenden, zentralen vertikalen Kamm gekrönt, der von zwei kürzeren, ohrähnlichen Fortsätzen flankiert wird. Das Holz ist extrem trocken, blass und stark verwittert.

1. Ästhetischer Stil und regionale Charakteristika

Diese Maske ist ein Beispiel für die architektonische Strenge der klassischen Dogon-Holzschnitzerei. Der Künstler hat das Gesicht in einem tiefen Negativraum konstruiert und die Augen im Schatten versenkt, um den strengen, vertikalen Nasenrücken zu betonen. Das hoch aufragende zentrale Wappen verstärkt die Vertikalität, ein häufiges Motiv in der Dogon-Kunst, das die Kluft zwischen dem irdischen Dorf und dem himmlischen Reich des Schöpfergottes Amma visuell und spirituell überbrücken soll. Die Vertikalität des Wappens ist eine ikonografische Kurzform für die kosmische Vertikalbewegung - den Weg zwischen dem menschlichen und dem göttlichen Reich.

2. Rituelle Funktion und die Awa-Gesellschaft

Masken dieser Größe und Geometrie sind das ausschließliche Eigentum der Awa, der männlichen Maskengesellschaft der Dogon. Sie werden während der Dama getanzt, den aufwendigen, mehrtägigen Begräbniszeremonien, die erforderlich sind, um die Seelen der verstorbenen Ältesten sicher aus dem Dorf zu geleiten. Das spezifische Wappen kann eine stilisierte Figur (wie die Sirige oder das mehrstöckige Haus) oder einen abstrakten Geist darstellen, der die Lebenden beeindrucken und die Toten ehren soll. Das institutionelle Eigentum der Awa an diesen Masken beschränkt ihre Verwendung und Bewahrung streng auf den Rahmen der männlichen Initiation.

3. Physische Patina und Altersnachweis

Das Alter und die Authentizität dieser Maske werden durch ihre extreme Verwitterung bestätigt. Das Holz hat unter massiver Zelltrocknung gelitten, was zu einer blassen, fast knochenähnlichen Farbe, tiefen, strukturellen Rissen, die vertikal über den Kamm verlaufen, und einer völlig trockenen, brüchigen Oberfläche geführt hat. Dieser starke Zerfall ist die direkte Folge der jahrzehntelangen Lagerung in den rauen, trockenen Höhlen des Bandiagara Escarpment.

Zusammenfassung

Eine auffällige Maske der Dogon-Awa-Gesellschaft, die sich auf den tiefen negativen Raum und die überragende Vertikalität stützt, um den Begräbnisraum zu beherrschen. Ihre strenge, knochentrockene Austrocknung authentisiert perfekt ihre Geschichte in den malischen Klippen des frühen 20. Jahrhunderts.

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