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Notizen

DOGON Reiter-Altarfigur aus Schmiedeeisen (19. Jh., 20 cm)

Dieses geschmiedete Eisenstück mit seiner unverwechselbaren Reiterkomposition zeigt einen langgestreckten, stark abstrahierten Reiter auf einem stilisierten, langrüsseligen Vierbeiner. Die dünnen, minimalistischen Eisenlinien sind stark mit dunkler, abblätternder terrestrischer Oxidation verkrustet.

1. Ästhetischer Stil und regionale Eigenheiten

In der westafrikanischen Kunst gilt die Reiterfigur als ein zentrales Symbol für militärische Vorherrschaft, Reichtum und gehobene Führung. Dieser Dogon-Schmied hat die komplexe Symbolik von Pferd und Reiter zu einer Übung in strenger linearer Abstraktion destilliert. Das Pferd ist auf eine horizontale Stange mit steifen Beinen und einer ausladenden Schnauze reduziert, während der Reiter eine unvorstellbar dünne vertikale Verlängerung ist, dessen Arme in einer Geste des Befehls oder des Gebets erhoben sind. Diese minimalistische Schmiedearbeit fängt die kinetische Spannung und Autorität des Archetyps des Pferdes ein, ohne sich auf naturalistisches Volumen zu verlassen.

2. Rituelle Funktion und Hogon-Autorität

Pferde waren selten, unglaublich teuer und im Bandiagara Escarpment nur schwer am Leben zu erhalten, was sie zu exklusiven Attributen des Hogon (des obersten spirituellen und politischen Führers) machte. Eine eiserne Reiterfigur auf einem Binu-Altar symbolisierte nicht nur die irdische Autorität des Hogon, sondern wies auch auf kosmologische Reisen hin. Im Dogon-Mythos stieg der Nommo in einer "Arche" vom Himmel herab, ein Konzept, das häufig mit dem Prestige und der erhabenen physischen Position eines Reiters auf einem Pferd in Verbindung gebracht wird und die Kluft zwischen dem Irdischen und dem Göttlichen überbrückt.

3. Physische Patina, Provenienz und Altersnachweis

Wie ihr Pendant (Nr. 966) stammt auch diese Reiterfigur aus der Sammlung von René Salanon, einem Künzi-Informationsblatt und einer Veröffentlichung im kanonischen Text "DOGON". Der physische Zustand des Eisens zeigt deutliche Altersspuren: Es ist von einer trockenen, krustigen, dunkelbraunen Oxidation umhüllt, die die dünnen Eisenglieder organisch strukturiert erscheinen lässt. Dieser schwere, abblätternde Rost spricht dafür, dass das Objekt über einen langen Zeitraum in einem feuchten Schrein aufbewahrt wurde und Trankopfer empfangen hat, was eine Einordnung in das 19. Jahrhundert nahelegt.

Zusammenfassung

Diese Dogon-Skulptur, die das Prestige des Archetyps des Reiters in eine strenge, minimalistische Eisensilhouette übersetzt, symbolisiert kraftvoll die irdische und himmlische Autorität des Hogon. Die tiefe, abblätternde Oxidation, die Provenienz Salanon, das Künzi-Informationsblatt und die Publikationsgeschichte stützen die Zuschreibung als Relikt eines Schreins aus dem 19. Jahrhundert.

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