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Notizen

DOGON Gestufter eiserner Altarstab mit vier Glocken (René Salanon Coll., Künzi factsheet, Verlag "DOGON", 19. Jh., 54 cm)

Dieser stufenförmige Eisenstab weist eine sehr langgestreckte Form auf, mit einer oberen humanoiden Figur, die eine einzelne Glocke trägt, und einer unteren Reihe von Armen oder Haken, an denen drei weitere konische Glocken hängen. Das Eisen ist dick mit einem trockenen, stark strukturierten, orange-braunen Rost überzogen.

1. Ästhetischer Stil und regionale Eigenheiten

Dieser Stab zeichnet sich durch seine gestufte, mehrstufige architektonische Komposition aus. Der Schmied hat zwei verschiedene horizontale Ebenen der Interaktion entlang der massiven vertikalen Achse geschmiedet. Die obere Ebene zeigt die primäre humanoide Figur, während die untere Ebene aus abstrakten Armen oder Haken besteht, die ausschließlich dazu dienen, eine Reihe von Glocken zu tragen. Dieser mehrstufige Ansatz veranschaulicht wahrscheinlich den kosmologischen Glauben der Dogon an mehrere sich überlagernde Welten oder die hierarchische Abstammung der Vorfahren, wobei die obere Figur den überragenden Gründer und die unteren Elemente die nachfolgenden Generationen repräsentieren.

2. Rituelle Funktion und verstärkte akustische Kraft

Das Vorhandensein von vier separaten Eisenglocken an einem einzigen Stab verwandelt dieses Objekt in ein Instrument mit verstärkter akustischer Kraft. Während eine einzelne Glocke für ruhige, persönliche Weissagungen verwendet werden konnte, war ein Stab mit mehreren Glocken für öffentliche Rituale mit hohem Einsatz gedacht, bei denen eine maximale akustische Wirkung erforderlich war, um den weit entfernten Nommo zu erreichen. Wenn sie während einer gemeinsamen Zeremonie auf den Boden geschlagen wurden, diente die daraus resultierende Kakophonie der vier Glocken dazu, die schlummernden Geister aggressiv zu wecken und die unmittelbare Aufmerksamkeit des Göttlichen zu erregen.

3. Physische Patina und Altersnachweis

Der Zustand des Eisens an diesem Stück ist atemberaubend roh. Es ist von einer dicken, sehr brüchigen, orange-braunen Oxidationsschicht umgeben, die die glatte Oberfläche des geschmiedeten Metalls vollständig ersetzt hat. Trotz dieser schweren Beschädigung aus dem 19. Jahrhundert sind die dünnen Aufhängeschlaufen und alle vier Glocken unversehrt erhalten geblieben. Diese wundersame Erhaltung in Verbindung mit der tadellosen Abstammung der Sammlung René Salanon beweist, dass das Objekt aus seinem aktiven Schrein-Kontext gerettet wurde, bevor die Elemente seine empfindlichen akustischen Elemente vollständig auflösen konnten.

Zusammenfassung

Dieser Stab mit seinem seltenen, stufenförmigen architektonischen Design besteht aus einer Batterie von vier Eisenglocken, die die Aufmerksamkeit des Dogon-Kosmos auf sich ziehen. Seine rohe, sehr brüchige Oxidationskruste und seine wunderbare strukturelle Erhaltung machen ihn zu einem akustischen Meisterwerk der sahelischen Metallurgie des 19. Jahrhunderts.

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