Ein Fetisch der Mama aus dem Dorf Chapah in Nigeria, etwa 100 cm hoch. Eine sitzende Figur mit messingbeschlagenem Gesicht und gehörntem Kopfputz erhebt sich über einem dichten Sockel aus Hörnern, einer Kalebasse und umwickelten Päckchen.
1. Form und Aufbau
Die Skulptur ist in zwei Zonen aufgebaut. In der oberen Zone hält eine sitzende Figur die Arme in weitem, gebogenem Bogen vor dem Körper, die Hände treffen sich in der Mitte. Ihr Gesicht ist mit einem genieteten Blech aus messingfarbenem Metall bedeckt, Schultern und Arme sind mit demselben Metall belegt, das mit Reihen von Rauten graviert und mit runden Nieten besetzt ist. Um den Hals ist eine dicke Schnur gewickelt. Der Kopf trägt eine spitze Kappe mit zwei gebogenen Hörnern an den Seiten, überzogen von einer dunklen, körnigen Kruste.
Unter den Armen blickt ein zweites, kleineres Gesicht mit Metallbeschlägen hervor, über einem blockartigen Sitz. Die untere Zone ist eine Masse aus gebogenen Hörnern, umwickelten Bündeln, Schnüren und einer runden Kalebasse, aufgehäuft auf einem Sockel aus gewundenen Rattanringen.
2. Gebrauch und Kontext
Laut Sammlungskatalog zeigen die aufwendige Gestaltung und die vielen magischen Attribute, wie groß die Bedeutung dieser Figur im rituellen Leben der Mama in der Umgebung des Dorfes Chapah gewesen sein muss. Sie war ein reliquaire de prière, ein Gebetsreliquiar. Angehörige der Mama-Gruppe kamen von weither, um ihre Bitten vorzutragen, und hofften auf Erfüllung. Blieb eine Bitte ohne Ergebnis, schlossen sie daraus, dass die Gabe zu gering gewesen war, als dass der Fetisch sie annehmen konnte, und wiederholten die Bitte mit einer großzügigeren Gabe, etwa einer Ziege statt eines Huhns.
3. Oberfläche
Ein großer Teil der Figur, besonders Kopf, umwickelter Hals und Sockel, ist mit einer dicken, körnigen, graubraunen Kruste überzogen. Das messingfarbene Blech hebt sich mit warmem, gelblichem Glanz davon ab, die geschnitzten Gliedmaßen scheinen in hellen, glatteren Flecken durch.
Zusammenfassung
Eine Mama-Figur mit messingbeschlagenem Gesicht und gehörntem Kopfputz auf einem Sockel aus Hörnern, Kalebasse und Bündeln, verstanden als Gebetsreliquiar.
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