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Notizen

MAMA Village Reliquaire-de-Prière Fetisch (100 cm - Chapah Village Wallfahrtsort)

Eine große, komplexe Holzskulptur mit mehreren Ebenen stark abstrahierter, miteinander verbundener anthropomorpher Figuren. Die Oberfläche ist ausgeprägt rau, verkrustet und mit einer dicken, dunklen organischen Substanz überzogen.

1. Ästhetischer Stil und architektonisches Gebet

Diese Skulptur, die dem Volk der Mama in der Nähe des Dorfes Chapah in Nigeria zugeschrieben wird, verzichtet auf naturalistische Darstellungen zugunsten einer hoch aufragenden, architektonischen Struktur. Die Gestaltung beruht auf der vertikalen Stapelung stark abstrahierter, geometrischer Figuren, die auseinander herauszuwachsen scheinen. Die Schnitzerei ist roh ausgeführt und dient als strukturelles Gerüst für eine ausgeprägte Anhäufung von rituellen Attributen und Opfergaben. In Berichten, die Hornek zugeschrieben werden, wird darauf hingewiesen, dass „sich die große Bedeutung, die dieser Fetisch im rituellen Leben des Mama-Volkes in der Umgebung des Dorfes Chapah gehabt haben muss, allein schon an seiner kunstvollen Gestaltung und den vielen Attributen, die dieser Figur ihre zugeschriebene Kraft verleihen, zeigt.“

2. Rituelle Funktion und das "Reliquiar de Prière"

Nach den Aufzeichnungen von Hornek soll es sich um eine „Reliquaire de prière“ – eine Gebetsreliquie – gehandelt haben. Sie soll als ritueller Bezugspunkt für das Volk der Mama gedient haben; Berichten zufolge reisten Menschen an, um dieser Figur ihre Bitten vorzutragen, in der Hoffnung, dass diese erfüllt würden. Diese Beziehung wird als rituell-transaktional beschrieben: Der von Hornek skizzierte Mechanismus besagt, dass „wenn ihre 'Gebete' nicht die gewünschten Ergebnisse brachten, sie überzeugt waren, dass ihr Opfer zu unbedeutend war, um vom Fetisch akzeptiert zu werden. Die einzige Abhilfe bestand darin, die Bitte mit einer größeren Opfergabe (z. B. eine Ziege statt eines Huhns) erneut vorzubringen.“

3. Patina, Materialverwitterung und Altersnachweis

Die Oberfläche dieses Objekts weist Spuren auf, die auf eine langjährige rituelle Nutzung im dörflichen Kontext hindeuten. Das Holz ist von einer dicken, ungleichmäßigen Kruste überzogen, die als Rückstand von rituellen Substanzen wie Palmöl, Kolanüssen und Erden interpretiert werden kann. Diese ausgeprägte Patina gilt als charakteristisch für wiederholten rituellen Gebrauch und lässt sich in dieser Form nur schwer imitieren. Die strukturelle Austrocknung des darunter liegenden Holzes spricht für ein höheres Alter und ist vereinbar mit einer Nutzung in aktiven rituellen Praktiken der Mama.

Zusammenfassung

Diese hoch aufragende Mama-Skulptur gilt als ein eindrucksvolles Zeugnis ritueller Praktiken in Nigeria. Ihre dicke, verkrustete Patina spricht für eine intensive rituelle Nutzung und wiederholte Opfergaben innerhalb der Chapah-Gemeinschaft.

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