BENIN-Palast Dekorative Bronzeplakette mit Edo-Krieger (Igun Eronmwon Gilde, Spät-Benin, 41 cm)
Diese 41 cm große, rechteckige Bronzeplakette zeigt einen zentralen, hochrangigen Edo-Krieger oder Häuptling in tiefem Relief, der einen Stab oder eine Waffe hält und einen kunstvollen, glockengeschmückten Kragen trägt, vor einem stark getüpfelten Hintergrund mit eingeritzten floralen (vierblättrigen) Motiven. Die Bronze weist eine abwechslungsreiche, staubige und oxidierte Patina mit lokalen erdigen Ablagerungen auf.
1. Ästhetischer Stil - Die Gilde der Igun Eronmwon und narratives Relief
Die Bronzetafeln des Königreichs Benin sind weltweit als eine der größten künstlerischen und historischen Leistungen Afrikas anerkannt. Diese von der königlichen Gilde der Igun Eronmwon im Wachsausschmelzverfahren gegossene Plakette verwendet ein hohes, dreidimensionales Relief, um die Figur vor einem flachen, sorgfältig getüpfelten Hintergrund hervorzuheben. Der Hintergrund ist mit dem klassischen "Flussblatt"-Motiv (Vierblatt) geschmückt, einem Symbol für Olokun, den Gott des Wassers und des Reichtums. Die extreme Detailgenauigkeit des mit Perlen besetzten Kragens, des Umhangs und der Waffe der Figur dient als präzises, dauerhaftes Archiv des höfischen Rangs und der Regalien der Edo-Zeit.
2. Rituelle Funktion - Palastarchitektur und königliche Geschichte
Diese schweren Bronzeplatten waren keine eigenständigen Kunstwerke, sondern architektonische Verkleidungen. Im 16. und 17. Jahrhundert wurden Hunderte dieser Tafeln direkt an die massiven Holzpfeiler genagelt, die die Dächer der weitläufigen Palasthöfe des Oba hielten. Sie waren wie ein visuelles Geschichtsbuch angeordnet, das die militärischen Siege des Königreichs, die diplomatischen Verträge und die riesige, spezialisierte Hierarchie des königlichen Hofes festhielt und besuchende Würdenträger mit dem absoluten Reichtum und der Macht des Oba beeindruckte.
3. Physikalische Patina - Späte Benin-Metallurgie und strafende Patina
Die Oberfläche dieser Plakette erzählt von ihrer wechselvollen Geschichte. Die Bronze wurde nicht künstlich auf Hochglanz poliert, sondern weist eine staubige, matte, dunkelbraune Oxidation auf, die sich in den tiefen Vertiefungen in Form von grünem Cuprit und erdigen Ablagerungen zeigt. Die leicht unregelmäßigen Ränder und das Vorhandensein von Befestigungslöchern (von denen einige Spannungen aufweisen) spiegeln die ursprüngliche architektonische Installation und die spätere gewaltsame Entfernung wider, die oft mit den katastrophalen Ereignissen der britischen Strafexpedition von 1897 in Verbindung gebracht wird und die Bronze zu einem bedeutenden historischen Überbleibsel macht.
Zusammenfassung
Diese Bronzetafel aus der Edo-Zeit ist ein großartiger Triumph des Wachsausschmelzverfahrens und stellt ein hochdetailliertes, dreidimensionales Archiv der königlichen Hofhierarchie in Benin dar. Die staubige, ungeschliffene Oxidation und die architektonischen Befestigungslöcher weisen sie als ein historisches Überbleibsel der Palastsäulen des Oba aus.



