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Notizen

BENIN Dekorativer königlicher Palastteller, Leopardenmotiv (Nigeria, späte Benin-Periode, 34 cm, Bronze)

Diese rechteckige, gegossene Messing- oder Bronzeplakette zeigt einen Leoparden in Hochrelief vor einem sorgfältig getupften Hintergrund, der mit deutlichen Rosettenmotiven (Flussblättern) verziert ist. Die Metalloberfläche ist stark oxidiert, weist grüne Grünspanflecken auf und hat die leicht löchrige Textur des historischen Sandgusses.

1. Ästhetischer Stil - Das Leopardenmotiv und die Igun-Eronmwon-Gilde

Diese Plakette ist ein direkter Nachkomme des legendären Corpus der Benin-Bronzen, die von der exklusiven königlichen Gilde der Messingschmiede (Igun Eronmwon) gegossen wurden. Die Ikonographie ist von größter Bedeutung: Der Leopard (ekpen) ist das ultimative Symbol des Oba (König) von Benin und steht für seine Beherrschung der Wildnis, seine tödliche Autorität und sein göttliches Recht zu herrschen. Der Hintergrund ist ebenso bedeutsam; die gepunktete Textur und die vierblättrigen Flussblattrosetten sind klassische Kennzeichen der Edo-Hofkunst und symbolisieren Olokun, den Gott des Wassers, des Reichtums und des spirituellen Bereichs.

2. Rituelle Funktion - Architektonische Ornamentik des Edo-Hofes

Historisch gesehen wurden Bronzetafeln dieser Art speziell zur Verzierung der massiven Holzsäulen des Palastkomplexes des Oba in der Hauptstadt des Königreichs Benin geschaffen. Sie dienten als glanzvolles, visuelles Archiv des Hoflebens, der militärischen Triumphe und der königlichen Symbolik. Auch wenn dieses Stück aus der späten Benin-Periode stammt - wahrscheinlich wurde es nach der britischen Strafexpedition von 1897 geschaffen, aber die strengen Zunfttraditionen wurden fortgeführt -, wurde es doch gegossen, um das anhaltende Prestige der Monarchie zu unterstreichen, und zwar mit demselben visuellen Vokabular, das die frühen europäischen Besucher des Edo-Hofes in Erstaunen versetzte.

3. Physische Patina - Metallurgische Alterung und Gusstaphonomie

Die physischen Merkmale dieser Plakette bestätigen das traditionelle Wachsausschmelzverfahren (cire perdue). Die Oberfläche weist leichte Gussfehler und eine leicht ungleichmäßige Dicke auf, die für die vorindustrielle afrikanische Metallurgie charakteristisch sind. Die Patina ist tief verwurzelt und zeigt einen dunklen, oxidierten Bronzegrund mit Ansammlungen von Malachit (grüner Grünspan) in den tieferen Vertiefungen der Tüpfelung und den Leopardenflecken. Diese ungezwungene, natürliche chemische Oxidation in Verbindung mit Randabnutzungen weist ihn als historisches Objekt der spätdynastischen Zeit aus.

Zusammenfassung

Diese auffällige Palasttafel aus Benin spiegelt die königliche Autorität und den metallurgischen Glanz des Edo-Königreichs wider. Das Hochrelief des Leoparden und der tief oxidierte, getüpfelte Hintergrund machen sie zu einem klassischen und sehr begehrten Beispiel der nigerianischen Hofkunst.

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