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Notizen

MOSSI Weibliche Schreinfigur

Eine große weibliche Figur aus dunklem Holz (Mitte 20. Jh., 82 cm) von den Mossi aus Burkina Faso - starr aufrecht, gekrönt von einem ausgeprägten zweilappigen Sagittalkamm, die Hände ruhen in der Nähe des Bauches.

1. Königliches Gedenken (Nakomse)

Die Mossi sind politisch entlang einer alten Bruchlinie gespalten.

  • Zwei Völker, zwei Künste: Die ursprünglichen Bauern (Nyonyosi) schnitzen Masken; die erobernde herrschende Klasse (Nakomse) gibt traditionell figurative Statuen in Auftrag.
  • Aristokratische Haltung: Diese Figur gehört zur königlichen Nakomse-Tradition, die zum Gedenken an eine weibliche Vorfahrin geschnitzt wurde und die würdevolle, starre Autorität des Herrschergeschlechts zum Ausdruck bringt.

2. Das Gyindo-Wappen

Das zweilappige Wappen, das von vorne nach hinten über den Kopf verläuft, ist ein sozialer Ausweis.

  • Aristokratische Frisur: Es stellt die Gyindo dar, eine historische Frisur, die ausschließlich von Mossi-Frauen von hohem Rang und königlichem Blut getragen wurde.
  • Identitätsabzeichen: Es ist auf den ersten Blick erkennbar und weist die Figur eindeutig als Elitefrau und nicht als allgemeine Vorfahrin aus.

3. Schrein-Verehrung

Mit 82 cm war dies kein unbedeutender Haushaltsgegenstand.

  • Königsaltar: Wird im Ahnenschrein eines Mossi-Häuptlings aufgestellt.
  • Jährliche Opfergaben: Während der königlichen Zeremonien opferte der Häuptling Hirsebier und Tierblut, um den Ahnenmüttern zu danken und sie um fortgesetzte Fruchtbarkeit und politische Stabilität des Häuptlingstums zu bitten.

Zusammenfassung

Diese Mossi-Figur ist ein stattliches Denkmal der weiblichen Aristokratie. Durch ihre starre Vertikalität und das spezifische Gyindo-Wappen projiziert sie die dauerhafte politische und spirituelle Autorität des königlichen Geschlechts der Mossi.

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