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Notizen

BENIN Hofplakette aus Bronze (Paar, spätes Benin)

Diese beiden rechteckigen Gussbronzeplaketten zeigen im Hochrelief zentrale Figuren von Edo-Häuptlingen oder -Kriegern in aufwändiger Hofkleidung (u. a. Leopardenzahnketten und gewickelte Röcke) vor einem Hintergrund, der dicht mit einem klassischen Rosetten-/Viertelblattmuster gesprenkelt ist. Die schweren Bronzematrizen weisen eine tiefe, erdige braune und malachitgrüne Oxidation auf.

1. Ästhetischer Stil und regionale Eigenheiten

Es handelt sich um typische Beispiele für die Benin-Bronzen, die den königlichen Igun-Eronmwon-Gilden zugeschrieben werden. Die Ästhetik ist streng hierarchisch und sehr detailliert; der gesprenkelte "Flussblatt"-Hintergrund ist ein allgemeines Kennzeichen der Edo-Hoftafeln und soll das Licht einfangen und Olokun, den Gott des Reichtums und des Meeres, symbolisieren. Die starre, frontale Haltung der Figuren in Verbindung mit ihren sorgfältig ziselierten, kunstvollen Korallenperlenkragen, Glockenverzierungen und zeremoniellen Werkzeugen projiziert die repräsentative Macht des Hofes des Oba (Königs).

2. Rituelle Funktion und Geheimbund-Kontext

Ursprünglich wurden Hunderte dieser massiven, schweren Bronzetafeln direkt an die dicken Holzpfeiler des Palasthofs des Oba in Benin City genagelt. Sie dienten als massives, dauerhaftes historisches Archiv und politische Propaganda. Wenn Besucher, Würdenträger und Untertanen durch die Höfe gingen, wurden sie visuell von diesen metallischen Aufzeichnungen der Hofprotokolle, legendären Schlachten und der komplexen Hierarchie des königlichen Gefolges überwältigt, die das göttliche Recht und die historische Dominanz der Edo-Monarchen für immer zementierten.

3. Physische Patina und Altersnachweis

Die der späten Benin-Periode (18./19. Jahrhundert) zugeordneten schweren Tafeln weisen eine tiefgreifende, sich langsam bildende und charakteristische metallurgische Verwitterung auf. Die Oberflächen weisen eine dichte, dunkel-olivfarbene und schokoladenbraune Oxidationsschicht auf, die durch körnige Blüten von grünem Malachit in den tief ziselierten Vertiefungen des Hintergrunds und der Gewänder akzentuiert wird. Die glatten Abnutzungserscheinungen an den markanten Spitzen der Gesichter, Nasen und Torsi sprechen dafür, dass sie über lange Zeiträume in einem traditionellen architektonischen Umfeld berührt und ausgesetzt waren.

Zusammenfassung

Diese Bronzetafeln aus Benin sind eindrucksvolle Beispiele der königlichen afrikanischen Metallurgie und politischen Repräsentation. Ihr detailreicher, hochreliefartiger Wachsausschmelzguss und ihre ausgeprägte, vielfarbige Oxidation machen sie zu bedeutenden Zeugnissen der kaiserlichen Edo-Geschichte.

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