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Notizen

DOGON Eiserner Altarstab mit gewellten Armen (René Salanon Coll., Künzi factsheet, Veröffentlicht "DOGON", 19. Jh., 64 cm)

Dieser hohe Eisenstab zeichnet sich durch einen bemerkenswerten, wellenförmigen U-förmigen Querbalken aus, der geschwungene Arme bildet, die in deutlichen, mehrfingrigen Händen enden, die von einem kleinen, abstrakten Kopf auf der Mittelachse gekrönt werden. Das Metall ist vollständig von einem dicken, brüchigen, orange-braunen Erdrost umhüllt.

1. Ästhetischer Stil und regionale Eigenheiten

Dieser imposante Stab ist eine Meisterleistung in der Verschmelzung menschlicher Anatomie mit abstrakten, kinetischen Wellenformen. Der zentrale vertikale Schaft dient als Rückgrat, aber die "Arme" brechen völlig mit naturalistischen Proportionen. Sie sind in tiefe, gewellte Wellen geschmiedet und ahmen die Bewegung einer Schlange oder den zackigen Blitzschlag nach. Die Skulptur, die in ausgeprägten, abgeflachten Händen endet, überbrückt nahtlos die Kluft zwischen anthropomorpher Darstellung und reiner geometrischer Energie und verwandelt die menschliche Silhouette in eine vibrierende kosmische Antenne.

2. Rituelle Funktion und landwirtschaftliches Bittgebet

Im Kontext des Bandiagara Escarpment fungiert dieser Stab als hochspezialisiertes Gobo - ein Gerät, das spirituelle Kräfte "einfangen" soll. Die massiven, wogenden Arme und die erhobenen Hände fungieren als verzweifeltes, permanentes körperliches Gebet an den Himmel. Tief in einen Binu-Familienschrein oder direkt in die ausgedörrten landwirtschaftlichen Felder gepflanzt, wurde er von den Hogon geweiht, um aggressiv die regenbringenden Wolken herabzuziehen und das Überleben der Hirseernte und den Fortbestand des Dorfes zu sichern.

3. Physische Patina und Altersnachweis

Die schiere Menge an Rost auf diesem 64 cm langen Stab ist ein unwiderlegbarer Nachweis für seine Existenz. Das Eisen weist eine tief strukturierte, körnige Kruste auf, die sich nur durch die Einwirkung feuchter Erde und zyklischer saisonaler Regenfälle über Generationen hinweg bilden kann. Da er von René Salanon, einem frühen und hoch angesehenen Kenner der Dogon-Metallurgie, gesammelt wurde, hat das Stück seine ursprüngliche, ungereinigte Schrein-Patina behalten und seine authentische ethnografische Integrität als ritueller Anker aus dem 19.

Zusammenfassung

Dieser Eisenstab verbindet meisterhaft die menschliche Anatomie mit der kinetischen Geometrie von Blitzen und Schlangen und fungiert als monumentale Antenne für landwirtschaftliche Bittgebete. Sein tiefgründiger, unberührter Erdrost und seine elitäre Salanon-Herkunft bestätigen seinen Status als erstklassiges Meisterwerk der Dogon-Schreinarchitektur.

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