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Notizen

BAMUM Verzierter Thron mit Fußschemel (Mayap-Häuptlingstum)

Dieser monumentale, mehrstöckige Thron ist aus einer schweren Kupferlegierung gegossen und weist eine komplexe architektonische Struktur auf, die von mehreren Registern mit stehenden Karyatidenfiguren getragen wird. Im Mittelpunkt steht eine große sitzende königliche Figur mit einem auffälligen Kopfschmuck, die von Dienern umgeben ist, die Instrumente spielen und Zeremonialgegenstände halten.

1. Ästhetischer Stil und Lost-Wax-Architektur

Dieser Thron gilt als ein herausragendes Beispiel des Bamum-Wachsausschmelzverfahrens (cire perdue). Die Ästhetik beruht auf dem Grassfieldschen Prinzip des "horror vacui" (Angst vor dem leeren Raum) und der strukturellen Hierarchie. Der Künstler hat sorgfältig eine mehrstufige Plattform konstruiert, die vollständig von Karyatidenfiguren getragen wird, die das einfache Volk, die Krieger und die Hofbediensteten darstellen. Die zentrale, überdimensionale Figur stellt den Fon (König) dar, dessen unproportionale Größe im Vergleich zu den Bediensteten seinen überragenden göttlichen und politischen Status visuell unterstreicht. Die geometrische Präzision, die erforderlich ist, um diese miteinander verbundenen Ränge ohne strukturelles Versagen zu gießen, spricht für eine königliche Werkstatt, die auf hohem metallurgischen Niveau arbeitete.

2. Rituelle Funktion und der Sitz des Reiches

In der Grassfields-Kultur gilt ein Thron dieser Größe als ein zentraler buchstäblicher und metaphorischer Sitz der Macht; er wird als physischer Knotenpunkt verstanden, an dem sich der Fon mit der Erde und den Ahnen verbindet. Dieser Bronzethron war wohl nicht für den täglichen Gebrauch bestimmt. Er war ein wichtiges Stück der Staatsausstattung, das nur bei wichtigen Zeremonien wie der Einsetzung des Königs oder dem jährlichen Nja-Fest zum Einsatz kam. Die Ikonographie der Nebenfiguren vermittelt eine klare politische Botschaft: Der hohe Status des Königs und die Stabilität des Königreichs hängen vollständig von der kollektiven Stärke und Unterwerfung seiner Untertanen ab.

3. Patina, Materialverwitterung und Altersnachweis

Die Messing/Bronze-Legierung weist eine sehr komplexe, oxidierte Patina mit dunklen, erdigen Verkrustungen in den tiefen Vertiefungen zwischen den Figuren auf. Das obere Sitzpodest und die hervorstechenden Merkmale der Figuren (Nasen, Knie, Kopfbedeckungen) zeigen starke Abnutzungserscheinungen und eine wärmere metallische Politur, bei der das Metall durch die Reibung der königlichen Gewänder und die jahrzehntelange Handhabung glatt gerieben wurde. Die Gussmerkmale (kleine Abkühlungsrisse und eingeschlossenes Kernmaterial) stützen die Zuschreibung als historisches, lokal hergestelltes Prestigeobjekt.

Zusammenfassung

Dieser massive Stufenthron ist ein bedeutendes Zeugnis der afrikanischen Metallurgie und veranschaulicht die strukturelle und politische Ideologie des Bamum-Staates. Er ist ein Artefakt von großer visueller Ausdruckskraft, das sich durch seine Größe, erzählerische Komplexität und technische Ausführung auszeichnet.

Hornek (Experte für Provenienz)

Herkunft: Chefferie Mayap, Sultanat Foumban - zweitrangiges Häuptlingstum 40 km nördlich von Foumban. Eines der wichtigsten Häuptlingstümer im Mayap-Gebiet; lange Zeit im Konflikt mit den Sultanen, schließlich von ihnen erobert. Der derzeitige Häuptling Homgoupayon wurde im Alter von 14 Jahren von der kamerunischen Regierung inthronisiert und regiert seit mehr als 50 Jahren; er hat von seinem Vater/Großvater geerbte Gegenstände verkauft, darunter auch diesen Thron ("der Stolz des Häuptlingstums"). Lokale Quelle: wahrscheinlich der letzte spätkoloniale Thron dieser Qualität aus Kamerun-Großbritannien, der nach Europa gebracht wurde.

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