BAMUM Maske mit Tanzgewand (Bamessing Chiefdom, Paar 017+018)
Dieses beeindruckende Ensemble besteht aus einer aus Bronze gegossenen Gesichtsmaske mit wulstigen Augen, abgerundeten Ohren und einem offenen, zahnförmigen Mund, die an einer schweren, grob gewebten Fasertunika befestigt ist. Das gesamte Kleidungsstück ist dicht mit angehängten Amuletten, kleinen geschnitzten Holzgesichtern, Tierhörnern und Medizinbündeln verkrustet.
1. Ästhetischer Stil und rituelle Anhäufung
Dieses Stück ist ein eindrucksvolles Beispiel für afrikanische "Akkumulationskunst", bei der die ästhetische Kraft des Objekts durch die kontinuierliche Zugabe von Materialien im Laufe der Zeit wächst. Die Bronzemaske selbst ist mit den für die Bamum-Kampfkunst typischen aggressiven, hyper-volumetrischen Zügen geschnitzt, die kinetische Energie und Schrecken ausstrahlen sollen. Die wahre künstlerische Wirkung liegt jedoch im Gewand: Die chaotische, schwere Ansammlung von Hörnern, geschnitzten Miniaturköpfen und gebundenen Medizinpaketen (Bocio- oder Fetischelemente) stellt visuell eine dichte Konzentration roher, ungezähmter spiritueller Energie dar, die direkt aus dem Wald stammt.
2. Rituelle Funktion und Geheimbund-Polizei
Assemblagen dieser Art werden traditionell von elitären, regulierenden Geheimgesellschaften (wie den Kwifoyn oder Kemdje) verwendet, die für die Durchsetzung des königlichen Gesetzes, die Bestrafung von Kriminellen und die Neutralisierung von Hexerei zuständig sind. Wenn dieser Anzug von einem eingeweihten Tänzer getragen wird, verwandelt er den menschlichen Träger in einen unbesiegbaren geistigen Vollstrecker. Die beigefügten Amulette und Hörner enthalten mächtige Heilmittel, die den Tänzer vor magischen Gegenangriffen schützen. Die Bronzemaske sorgt dafür, dass das Gesicht des Wesens unzerstörbar ist und spiegelt die absolute, unnachgiebige Natur der traditionellen Grassfields-Justiz wider.
3. Patina, Materialverwitterung und Altersindikatoren
Die Alterung dieser Assemblage ist tiefgreifend und vielschichtig. Die Bronzemaske weist tiefe, dunkle Oxidation und Grünspan auf, während die Tunika aus gewebten Fasern sehr brüchig und mit Schweiß, Ruß und Opferflüssigkeiten befleckt ist. Die beigefügten hölzernen Amulette und Tierhörner zeigen extreme Austrocknung, Abnutzung durch Insekten und unterschiedliche Patinas, was nahelegt, dass sie über einen längeren Zeitraum aktiver ritueller Nutzung gesammelt und angebracht wurden. Diese schwere, schmutzige und chaotische Oberfläche spricht für den intensiven rituellen Gebrauch des Gewands.
Zusammenfassung
Diese Masken- und Kleidungszusammenstellung ist eine eindrucksvolle Manifestation traditioneller bamumischer Strafverfolgung und Magie. Die dichte Anhäufung von medizinischen Materialien und die tiefe, altersgemäße Abnutzung machen sie zu einem wichtigen Zeugnis der Macht einer Geheimgesellschaft.
Hornek (Expertentext - korrigiert Konstruktion + Provenienz)
Herkunft: Chefferie Bamessing, Ndop-Plateau, englischsprachiges Kamerun-Grasland. Bamessings Vorfahren wanderten aus dem Foumban-Sultanat aus, um der Unterwerfung durch den Sultan zu entgehen; sie ließen sich auf dem fruchtbaren, hochgelegenen Ndop-Plateau nieder. Ein wohlhabendes Häuptlingstum ermöglichte ein reiches Kultleben und die künstlerische Herstellung von Kultgegenständen. Die im Dienste des Häuptlings arbeitenden Schnitzer waren berühmt. Vermessingte Holzmasken sind typisch für diese Region (keine massiven Bronzeabgüsse). Tanzgewänder absichtlich mit Amuletten, Gris-gris, magischen Gegenständen + Substanzen beladen - Zweck: Abwehr von allgegenwärtigen bösen Einflüssen, Geistern, Dämonen.

Maske (mit Perlen bedeckt - Muscheln auf Stoff)

Prestige-Rohrkopf

Seltenes Reibungsinstrument
