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Notizen

BAMUM Haus-Türpfosten (220 cm Paar)

Dieses Paar stark verwitterter Architekturpfosten ist 220 cm hoch und zeigt in vertikalen Säulen in Hochrelief geschnitzte menschliche Figuren, die entweder Schulter an Schulter oder Kopf an Kopf übereinander stehen.

1. Ästhetischer Stil und architektonische Bildhauerei

Im kamerunischen Grasland sind Architektur und Skulptur untrennbar miteinander verbunden. Diese Hauspfosten sind nicht nur strukturelle Stützen, sondern komplexe erzählerische Leinwände, die aus einzelnen, massiven Hartholzstämmen geschnitzt sind. Der Stil beruht auf rhythmischen vertikalen Wiederholungen, wobei die gestapelten menschlichen Figuren eine visuelle Säule der Stärke bilden. Die Figuren selbst sind zwar verwittert, behalten aber die klassischen Bamum-Proportionen bei: große, ausdrucksstarke Köpfe und kompakte, muskulöse Körper, die die kollektive Stärke der Vorfahren symbolisieren, die die physischen und geistigen Grenzen der Gemeinschaft aufrechterhalten.

2. Rituelle Funktion und räumliche Abgrenzung

Diese Pfosten hatten eine wichtige Schutz- und Abgrenzungsfunktion. Sie wurden errichtet, um die Eingänge zu den bedeutendsten Gebäuden eines Häuptlingstums einzurahmen und abzugrenzen: die Residenz des Häuptlings, das Ritualhaus für die Kommunikation mit den Ahnen oder die königliche Schatzkammer. Indem sie diese Eingänge flankierten, fungierten die geschnitzten Figuren als ewige Wächter. Sie warnten Uneingeweihte visuell vor heiligen oder sehr wertvollen Räumen und bewahrten die dort gelagerten Masken, Bronzen und Ritualgeräte sowohl vor physischem Diebstahl als auch vor spiritueller Verunreinigung.

3. Patina, Materialverwitterung und Altershinweise

Die tiefe, extreme Erosion des Holzes spricht für ihre Authentizität und ihr Alter. Die Oberflächen sind stark gerillt und durch die jahrzehntelange Einwirkung von starker Sonne, sintflutartigem Regen und Wind aufgeweicht. Das Fehlen scharfer Schnitzlinien und das Vorhandensein tiefer, organischer Risse legen nahe, dass diese Pfosten über Generationen hinweg außerhalb einer bedeutenden Grassfields-Struktur standen, bevor sie in den Ruhestand versetzt und eingesammelt wurden.

Zusammenfassung

Diese monumentalen Hauspfosten sind eindrucksvolle Beispiele funktionaler afrikanischer Architektur, die die Grenze zwischen Bautechnik und spirituellem Schutz verwischen. Ihre tiefgreifende Verwitterung spricht für eine lange Geschichte, in der sie die Räume der Bamum-Elite bewacht haben dürften.

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