SammlungAfrican Art Archive
Notizen

BAMUN Stammesurmutterfigur

Ein monumentaler und äußerst ausdrucksstarker Bronzeguss einer Mutter, die ein Kind hält. Mit einer beeindruckenden Höhe von 138 cm ist die Figur detailreich mit komplexen Körperskarifizierungen, einer aufwendigen, erhabenen Frisur und einem dominanten Gesicht mit einem kräftigen, offenen Mund gestaltet.

1. Ästhetischer Stil und expressionistischer Guss

Diese Mutterschaftsfigur ist mit einer intensiven, expressionistischen Vitalität gefertigt, die für die höchste Stufe der Bamun-Metallkunst charakteristisch ist. Der Gießer hat die komplexen Körpertätowierungen, die aufwendige durchbrochene Frisur und den umfangreichen Schmuck, einschließlich Ringen und hängenden Glocken, akribisch ausgearbeitet, was die Dargestellte sofort als Frau von höchstem elitärem Status kennzeichnet. Das Gesicht strahlt eine ernste Macht aus; die Augen sind markant, aber das dominanteste Merkmal ist der stark betonte, offene Mund. In der visuellen Sprache der Region signalisiert diese spezifische Darstellung eine Person, die „etwas zu sagen hat und es auch sagen darf“, was auf absolute Autorität und Weisheit innerhalb der Stammeshierarchie hindeutet.

2. Rituelle Funktion und die Genesis des Clans

Weit über eine gewöhnliche Mutterschaftsdarstellung hinausgehend, repräsentiert diese Skulptur die „Erste Mutter“ – den wörtlichen und spirituellen Ursprung des Volkes. Als grundlegende Ahnin dient sie als Inkarnation absoluter weiblicher Fruchtbarkeit und verkörpert die visionäre Verheißung einer zukünftigen fruchtbaren Vermehrung des Stammes. Angesichts ihrer herausragenden symbolischen Bedeutung innerhalb dieses eher kleinen und abgelegenen Häuptlingstums wurde sie von den Stammesangehörigen mit intensiver, kultischer Inbrunst verehrt. Die außerordentlich kraftvolle Form und dynamische Haltung der Figur unterstreichen ihre Rolle als oberste Garantin für das Überleben und den Wohlstand des Clans.

3. Gussmerkmale, Oberfläche und Patina

Die in Bronze gegossene Skulptur, die wahrscheinlich im traditionellen Wachsausschmelzverfahren hergestellt wurde, zeugt von bemerkenswerter technischer Meisterschaft. Dies zeigt sich besonders in den komplexen Durchbruchsarbeiten des Halsschmucks, der Armbänder und dem filigranen Gitterwerk des Schurzes. Die Oberfläche weist eine reiche, fleckige Patina mit erdigen braunen und oxidierten grünlichen Untertönen auf, was auf ein beträchtliches Alter und eine lange Verweildauer in einem traditionellen rituellen Umfeld schließen lässt. Hellere Verkrustungen und mineralische Ablagerungen haben sich in den tiefen Vertiefungen der gegossenen Skarifizierungen und der Form des Kindes abgesetzt, was die dreidimensionale Komplexität der Metallarbeit hervorhebt und ihre historische rituelle Nutzung bestätigt.

Zusammenfassung

Pulsierend vor expressionistischer Kraft, dient diese bronzene Stammesurmutterfigur als zentrales Symbol für Leben, Ursprung und Autorität der Bamun. Ihre komplexen Gussdetails, ihre gebieterische Präsenz und die reiche oxidierte Patina machen sie zu einem höchst bedeutsamen Beispiel kamerunischer Ahnen-Metallkunst.

KI-unterstützt erstellt aus Sammlungsgutachten, Objektfotografie und eigener Recherche, redaktionell geprüft. Fehler sind möglich — Hinweise darauf sind uns willkommen. Zum Verfahren →

Weitere Werke der Sammlung