BAMUM Häuptlingspfeife mit Kriegerlanze (Mayap Chiefdom, 200 cm)
Dieses außergewöhnlich lange, 200 cm lange Holzobjekt fungiert strukturell als massive Pfeife mit einem kunstvoll geschnitzten unteren Pfeifenkopf und einem hoch aufragenden, verlängerten Stiel. Auffallend ist, dass die Lanze eines Kriegers direkt in den oberen Teil des Stiels integriert ist.
1. Ästhetischer Stil und die Architektur der Streckung
Dieses dem Mayap-Häuptlingstum zugeschriebene Objekt nutzt die extreme Vertikalität, um Macht und Autorität zu vermitteln. Obwohl es funktionell als Pfeife konzipiert ist, macht seine schiere Größe (zwei Meter) jeglichen praktischen Nutzen unwahrscheinlich. Der untere Teil weist komplexe Reliefschnitzereien auf, die für die königlichen Werkstätten in Bamum typisch sind und den Blick entlang des glatten, länglichen Schafts nach oben ziehen. Die markante ästhetische Entscheidung ist die Integration der eisernen Kriegerlanze, die aus dem Pfeifenstiel herausragt - eine bemerkenswerte Verschmelzung zweier unterschiedlicher Symbole der Autorität (die höfische Pfeife und der kriegerische Speer) zu einem einzigen, zusammenhängenden Monument.
2. Rituelle Funktion und der Audienzsaal
Wie die lokale Überlieferung nahelegt, waren Prestigepfeifen dieses Ausmaßes wohl nicht zum Rauchen bestimmt. Stattdessen dienten sie als wichtige "Staatsmöbel". Dieses spezielle Stück wurde der Überlieferung nach im Audienzzimmer des Häuptlings ausgestellt, das sich direkt neben seinem Thron befand. Es diente als äußeres, gut sichtbares Zeichen für den Reichtum und die militärische Macht des Häuptlings. Besucher, die das Gemach betraten, sollten die Botschaft verstehen, die die integrierte Lanze vermittelte: Der Häuptling besaß sowohl den Reichtum, um ein solches repräsentatives Objekt in Auftrag zu geben, als auch die kriegerische Macht, um sein Reich zu verteidigen.
3. Patina, Materialverwitterung und Altersnachweis
Der hölzerne Schaft weist eine tiefe, dunkle und hochglanzpolierte Patina auf, was darauf hindeutet, dass er zwar nicht geräuchert wurde, aber von den königlichen Gefolgsleuten über viele Generationen hinweg häufig bewegt, abgestaubt und poliert wurde. Die integrierte Eisenlanze zeigt eine stabile, dunkle Oxidation ohne aktiven Rost, was darauf hindeutet, dass sie in einem geschützten Innenraum aufbewahrt wurde. Der stilistische Zusammenhalt und die gealterte Oberfläche des Holzes stützen die Zuschreibung als prestigeträchtiges historisches Artefakt aus der Blütezeit der Macht des Mayap-Häuptlingstums.
Zusammenfassung
Diese 200 cm hohe Skulptur zeigt eine bemerkenswerte konzeptionelle Verschmelzung einer königlichen Pfeife mit einer Kriegerlanze und gilt als ein eindrucksvolles Zeugnis der politischen Repräsentation von Grassfield. Sie stand als stiller, hoch aufragender Wächter des Reichtums und der kriegerischen Autorität neben dem Thron der Mayap.

Maske (mit Perlen bedeckt - Muscheln auf Stoff)

Prestige-Rohrkopf

Seltenes Reibungsinstrument
