BAMUN Perlenbeistellfigur
Eine sitzende Figur mit einer Höhe von 32 cm, deren Oberfläche vollständig aus dicht gearbeiteten, leuchtend farbigen Glasperlen besteht. Die Perlenstickerei zeichnet die Gesichtszüge, die Gliedmaßen und den vor der Brust gehaltenen Gegenstand präzise nach und verleiht der Skulptur die für das Grasland von Kamerun charakteristische visuelle Präsenz.
1. Ästhetischer Stil und Perlenmosaik
Dieses Werk der Bamun ist ein hochentwickeltes Beispiel für die Perlenkunst des Kameruner Graslandes. Die Applikation der Perlen ist äußerst präzise und nutzt kontrastierende Farben, um die Augen, den Mund und die strukturellen Ebenen des Körpers zu konturieren, was der Figur eine ausdrucksstarke Qualität verleiht. Das Gesicht wird von hellblauen Perlen dominiert, die durch weiße Akzente an den Gesichtszügen und ein rautenförmiges Motiv auf der Stirn hervorgehoben werden, während der Körper dynamische, abwechselnde Bänder in Rot und Blau aufweist. Die Dichte der importierten Glasperlen – ein geschätztes und streng kontrolliertes Handelsgut – macht die Skulptur zu einem bedeutenden Prestigeobjekt.
2. Rituelle Funktion und die Zierde der Macht
Im Gegensatz zu Opferfetischen oder Ahnengefäßen ist für diese Perlenfigur keine okkulte Funktion belegt; ihr Zweck ist in erster Linie deklaratorischer Natur. Sie fungierte als Beistellfigur. Bei wichtigen Ereignissen und öffentlichen Zeremonien, bei denen der Häuptling auftrat, wurde diese Figur in seiner Nähe platziert, um schlichtweg „präsent“ zu sein. Ihre Anwesenheit diente lediglich dazu, das Ritual zu „schmücken“ und den Reichtum sowie die soziale Stellung des Häuptlings zu demonstrieren. Sie war nicht mit dem inhaltlichen Aspekt des Rituals verbunden, sondern diente als Statussymbol, das die enormen Ressourcen des Häuptlings unterstrich.
3. Materialbeschaffenheit und Erhaltungszustand
Die Figur weist Merkmale auf, die auf ein historisches Alter der Perlenarbeit hindeuten. Die Glasperlen zeigen dezente Oberflächenabnutzungen, und die organischen Fäden, welche die Perlenmatrix binden, weisen altersbedingte Austrocknung auf. An einigen wenigen Stellen, insbesondere am unteren Rand des runden Sockels und an den Gelenken, hat die Spannung des Fadens leicht nachgelassen, was eine geringfügige Bewegung in den Perlenreihen zulässt und die darunter liegende Bindungsstruktur erahnen lässt. Die Unterseite des Sockels zeigt eine glatte Abnutzung, die darauf hindeutet, dass die Figur bei königlichen Präsentationen wiederholt aufgestellt wurde.
Zusammenfassung
Diese fein gearbeitete Perlenfigur (Inv.-Nr. 070) ist eine Manifestation der wirtschaftlichen Macht und künstlerischen Raffinesse der Bamun. Sie diente als visueller Zeuge des Reichtums und Prestiges des Häuptlings und schmückte königliche Zeremonien durch ihre leuchtende materielle Präsenz.
KI-unterstützt erstellt aus Sammlungsgutachten, Objektfotografie und eigener Recherche, redaktionell geprüft. Fehler sind möglich — Hinweise darauf sind uns willkommen. Zum Verfahren →

Maske (mit Perlen bedeckt - Muscheln auf Stoff)

Prestige-Rohrkopf

Seltenes Reibungsinstrument
