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Notizen

BAMUM Ritualpfeifen (Paar 074+078 - Mabouo Chiefdom)

Diese massiven, kunstvoll modellierten Terrakotta-Pfeifenköpfe sind vollständig mit geometrischen und zoomorphen Hochrelief-Motiven bedeckt, die mehrere miteinander verbundene Kammern und schwungvolle Zierelemente aufweisen.

1. Ästhetischer Stil und keramische Pracht

Diese dem Mabouo-Häuptlingstum im Sultanat Foumban zugeschriebenen Terrakottapfeifen repräsentieren einen anspruchsvollen Stil der Prestige-Keramik der Grassfields. Die Ästhetik ist vom „horror vacui“ geprägt, wobei die Tonoberfläche dicht verziert ist, was einen Eindruck von Komplexität und Reichtum vermittelt. Die Größe und die detaillierte Ausarbeitung des gebrannten Tons sprechen für ein hohes handwerkliches Geschick der Kunsthandwerker und verleihen den Objekten den Charakter monumentaler Staatsskulpturen.

2. Rituelle Funktion und das NGOUN-Festival

Trotz ihrer Form waren diese massiven Pfeifen vermutlich nicht für den tatsächlichen Rauchgebrauch bestimmt. Sie werden als Prestigeobjekte interpretiert, die traditionell in der Schatzkammer oder im Audienzzimmer des Häuptlings aufgewahrt wurden, um dessen Status visuell zu unterstreichen. Ihre Funktion wird in der Literatur insbesondere mit dem alle zwei Jahre stattfindenden NGOUN-Fest am Hof des Sultans von Foumban verbunden. Berichten zufolge ließen die lokalen Häuptlinge diese Pfeifen während dieser Versammlung zum Palast des Sultans transportieren, um Reichtum, Status und Loyalität innerhalb der politischen Hierarchie der Grassfields zu demonstrieren.

3. Patina, Materialverwitterung und Altersnachweis

Die Terrakotta-Oberflächen weisen eine trockene, staubige Patina auf; es zeigen sich keine Spuren von innerer Verkohlung, Harzablagerungen oder Hitzestress, die auf einen tatsächlichen Tabakkonsum hindeuten würden. Die tiefen Ritzen des Hochreliefs zeigen Ansammlungen von Staub und Alterungsspuren, die mit einer längeren Innenlagerung vereinbar sind. Geringfügige Abnutzungserscheinungen an den Kanten der vorstehenden Elemente sind vereinbar mit den Berichten über den Transport dieser schweren Objekte zu den Festlichkeiten.

Zusammenfassung

Diese monumentalen Terrakottapfeifen gelten als bedeutende Beispiele politischer Kunst, die die Form funktionaler Objekte annehmen. Sie werden als Instrumente der visuellen Diplomatie verstanden, die dazu beitragen sollten, den Status des Mabouo-Häuptlings im Bamum-Königreich zu repräsentieren.

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