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Notizen

BAMUM Ritualschüssel + Deckel (Paar 075+077 - Mayap Chiefdom)

Diese tief geschnitzten Holzschalen weisen komplizierte Hochreliefbänder mit menschlichen Figuren auf, die das Hauptgefäß tragen. Die Deckel werden von prominenten, vollständig geschnitzten, sitzenden Figuren mit typischen Grassfields-Ausdrücken und Kopfbedeckungen gekrönt.

1. Ästhetischer Stil und skulpturale Gefäße

Diese dem Mayap-Häuptlingstum zugeschriebenen Objekte verdeutlichen die Bamum-Tradition, Gebrauchsgefäße in komplexe, mehrschichtige Skulpturen zu verwandeln. Die Ästhetik ist stark strukturell und stützt sich auf Karyatidenfiguren, die die Schale physisch stützen und die Gemeinschaft symbolisieren, die den Reichtum und die Macht des Häuptlings aufrechterhält. Die prominente Figur, die auf dem Deckel sitzt, fungiert als spiritueller Wächter, der den Raum beherrscht und sicherstellt, dass der Inhalt des Gefäßes geschützt ist. Die tiefen, ausgeprägten Dechselstriche erzeugen harte, dramatische Schatten, die die Gefäße selbst im gedämpften Licht eines Audienzsaals visuell auffällig machen.

2. Rituelle Funktion und der Akt der Unterwerfung

Diese kunstvoll geschnitzten Schalen waren der Überlieferung nach dem Häuptling und der königlichen Familie vorbehalten; die Verwendung durch einen Bürger galt als schweres Sakrileg, das schlimme Konsequenzen nach sich zog. Lokalen Aufzeichnungen zufolge wurden diese speziellen Gefäße wahrscheinlich für eine besondere, cremige Masse aus Pflanzenextrakten verwendet. Bevor eine Person den Audienzsaal des Häuptlings betreten durfte, musste sie sich leicht mit dieser Substanz bestreichen. Dieser Akt war ein obligatorisches, symbolträchtiges Ritual der Unterwerfung und Reinigung, das die absolute soziale Distanz zwischen dem Herrscher und seinen Untertanen verstärkte.

3. Patina, Materialverwitterung und Altersnachweis

Das Holz weist eine reiche, mehrschichtige Patina auf. Die Außenseiten sind durch jahrelange Handhabung poliert, während die Innenseiten der Schalen einen deutlichen, matten, leicht öligen Rückstand aufweisen, der auf die langfristige Lagerung von Pflanzenextrakten oder Heilpflanzen hindeuten kann. Die Kanten der Deckel und die Ränder der Schalen weisen deutliche, geglättete Abnutzungsspuren auf, was für ein häufiges Öffnen und Schließen im Rahmen höfischer Protokolle spricht. Die natürliche Alterung des Holzes stützt eine Zuschreibung als funktionale Objekte des Mayap-Hofes.

Zusammenfassung

Diese rituellen Schalen verbinden komplexe skulpturale Ästhetik mit den strengen, unnachgiebigen Protokollen des höfischen Lebens in Grassfield. Sie sind historische Artefakte, die die entscheidenden Rituale der Unterwerfung, die für die Annäherung an den Mayap-Häuptling erforderlich waren, physisch vermittelten.

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