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Notizen

BAMUM Fetisch-Figuren-Paar (103+112) - Wächter des Elefantengefäßes 007 (Momamfon Chiefdom)

Ein Paar dunkler, verkrusteter Holzfiguren in aktiver Haltung mit gebeugten Knien. Ihre Gesichter haben große, ausdrucksstarke Augen, die mit weißem Pigment umrandet sind, und ihre Körper sind mit verschiedenen Amuletten und kleinen Holzwerkzeugen geschmückt.

1. Ästhetischer Stil und exogener Terror

Die der Chefferie supérieure Momamfon zugeschriebenen Figuren weisen eine expressive Ästhetik auf, die eine einschüchternde Wirkung erzielen sollte. In kuratorischen Analysen werden "exogene Stileinflüsse" vermutet, was darauf hindeuten kann, dass der Schnitzer visuelle Elemente von benachbarten Gemeinschaften übernommen hat. Die weit aufgerissenen, starrenden Augen – die sich mit weißem Kaolinpigment von dem dunklen, verkrusteten Holz abheben – erzeugen einen eindringlichen Blick. Das Hinzufügen von Amuletten (gris-gris) durchbricht die klaren Linien der Schnitzerei und verleiht ihr eine dynamische visuelle Energie.

2. Rituelle Funktion und die Wächter der Gerechtigkeit

Diese Figuren werden in ihrem rituellen Kontext nicht als passive Ahnenfiguren verstanden, sondern als aktive Instrumente der traditionellen Justiz. Ihr zugeschriebener Verwendungszweck war zweifach: Zum einen galten sie als Hüter des rituellen Elefantengefäßes (Gegenstand 007), das in der königlichen Schatzkammer aufbewahrt worden sein soll. Zweitens wird berichtet, dass sie bei Verfahren zur Wahrheitsfindung eingesetzt wurden (bei denen mutmaßliche Täter rituell geprüft wurden – dem sogenannten Kolanuss-Überführungsverfahren). Die Figuren fungierten in diesem Glaubenssystem als übernatürliche Zeugen und Vollstrecker, die den rituellen Prozess unterstützen sollten.

3. Patina, Materialverwitterung und Altersnachweis

Die Figuren weisen eine dicke, matte und komplexe Krustenpatina auf. Diese Oberfläche, die Spuren von organischen Substanzen wie Palmwein, Kolanüssen und Ruß aufweisen kann, ist mit einer intensiven rituellen Nutzung vereinbar. Das weiße Kaolin um die Augen weist Spuren mehrfachen Auftrags auf, während die befestigten organischen Elemente deutliche Alterungsspuren zeigen. Diese ausgeprägte Oberfläche spricht für eine aktive rituelle Verwendung der Objekte.

Zusammenfassung

Dieses ausdrucksstarke Figurenpaar veranschaulicht die traditionelle rituelle Autorität innerhalb der Bamum-Justiz. Die markanten weißen Augen und die ausgeprägte Patina weisen sie als bedeutende Artefakte dieses rituellen Kontextes aus, in dem sie als Wächter des Elefantengefäßes 007 gedient haben sollen.

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