Ein gegossener Metalllöffel der Bamum. Eine glatte, runde Laffe mit strukturierten Endfeldern ist mit einem Griff in Gestalt einer schlanken stehenden Frau verbunden, die eine Hand an den Kopf hebt.
1. Form und Guss
Der Löffel ist aus einem goldbraunen Metall gegossen, das wie Messing oder Bronze wirkt. Die Laffe ist eiförmig und weitgehend glatt, über ihre ganze Länge zieht sich ein Grat aus gedrehter Perlschnur. Am Halsende und am gegenüberliegenden Ende sind zwei dreieckige Felder mit feiner Kreuzschraffur durch Perlränder abgesetzt.
Der Griff ist eine hohe, schmale Figur auf einem kurzen Sockel, mit dünnen Beinen und je einem Ring an den Knöcheln. Die Brüste sind angegeben, eine Kette aus kleinen Perlen liegt auf der Brust. Der lange Oberkörper ist mit feinen eingeritzten Linien überzogen, die von der Taille ausstrahlen, von einem Gürtel hängt ein kurzer Rock mit senkrechten Rillen. Der rechte Arm greift zum Kopf, die linke Hand ruht auf der Hüfte. Auf dem Scheitel sitzt eine kleine Öse zum Aufhängen.
2. Gebrauch und Kontext
Der Sammlungskatalog erläutert, wie solche Löffel benutzt wurden. Wer einen Chef aufsuchte, ob auf Anordnung oder aus eigenem Antrieb, legte vor der Audienz symbolisch seine eigene Macht, das pouvoir, in die Löffel, die ihm der Chef oder sein nchinda, eine Art persönlicher Sekretär, reichte. Der Besucher war damit machtlos, und der Chef konnte mit ihm nach Belieben verfahren. Solche symbolischen Gegenstände kommen in einer Chefferie in verschiedenen Formen vor und finden sich noch heute vielfach in oder bei den Häusern der Chefs.
3. Oberfläche
Das Metall zeigt eine warme, fleckige Patina, an der Figur mit polierten Lichtern, in den Vertiefungen der strukturierten Felder mit dunkleren Tönen.
Zusammenfassung
Ein gegossener Löffel mit einer stehenden weiblichen Figur als Griff, eines der Objekte, mit denen ein Besucher laut Sammlungskatalog vor der Begegnung mit dem Chef symbolisch seine Macht ablegte.
KI-unterstützt erstellt aus Sammlungsgutachten, Objektfotografie und eigener Recherche, redaktionell geprüft. Fehler sind möglich — Hinweise darauf sind uns willkommen. Zum Verfahren →

Maske (mit Perlen bedeckt - Muscheln auf Stoff)

Prestige-Rohrkopf

Seltenes Reibungsinstrument
