BAMUN Prestigepfeife (Verborgene Schatzkammer-Pfeife, 75 cm)
Ein aufwendig modellierter Pfeifenkopf aus Terrakotta, der durch eine außergewöhnlich komplexe, mehrstufige Struktur besticht und in einer massiven, durchbrochenen Matrix aus zoomorphen und anthropomorphen Figuren gipfelt.
1. Ästhetischer Stil und plastische Komplexität
Diese Prestigepfeife der Bamun aus Kamerun ist ein herausragendes Beispiel für die politische Keramikkunst des Graslandes. Der Künstler hat die funktionale Form der Pfeife vollständig den Anforderungen der visuellen Repräsentation untergeordnet. Die Basis bildet ein ausdrucksstarker anthropomorpher Kopf mit fein geritzten Gesichtszügen. Darüber fächert sich das Objekt in strahlenförmige, röhrenartige Projektionen auf, die den Übergang zu einer massiven, durchbrochenen Krone bilden. Diese obere Sektion ist ein Triumph der plastischen Gestaltung, bestehend aus einem dichten Geflecht miteinander verbundener Köpfe. Die schiere technische Ambition, die erforderlich ist, um eine derart filigrane und komplexe Struktur aus Ton zu modellieren und erfolgreich zu brennen, ohne dass sie kollabiert, zeugt von der absoluten Meisterschaft der königlichen Werkstätten.
2. Rituelle Funktion und der verborgene Schatz
Wie bei allen Pfeifen dieser Größenordnung war dieses Objekt nie zum tatsächlichen Rauchen gedacht. Es handelte sich vielmehr um ein staatstragendes Instrument, dessen Funktion darin bestand, den Reichtum von Häuptlingen und anderen Stammesführern nach außen zu tragen und so ihre Macht und ihren Einfluss zu demonstrieren. Aufgrund der überaus komplexen Kopfverzierung muss diese Pfeife für das Häuptlingstum von besonders hohem Wert gewesen sein. Die Geschichte des Objekts offenbart, dass der Wächter der königlichen Schatzkammer sie sorgfältig auf dem Dachboden, direkt unter dem Strohdach, versteckte, um dieses bedeutende Symbol der Macht zu schützen.
3. Oberfläche, Patina und Materialzustand
Die Beschaffenheit der Terrakotta erzählt die genaue Geschichte ihrer Verbergung. Der rotbraune, gebrannte Ton weist eine tiefgreifende, matte Patina auf. Im Gegensatz zu Objekten, die in Audienzsälen verblieben und durch ständige Berührung eine speckige Oberfläche entwickelten, zeigt diese Pfeife in ihren tiefen Vertiefungen und den durchbrochenen Zwischenräumen dichte, trockene Verkrustungen. Da sie direkt unter einem Strohdach verborgen war, absorbierte das poröse Material über lange Zeit den aufsteigenden Rauch der darunterliegenden Feuerstellen. Dies führte zu einer dunklen, rußigen Karbonisierung in den feinen Ritzungen und Reliefs, während die erhabenen Stellen eine leichte, glattere Abnutzung aufweisen. Diese spezifischen Erhaltungsbedingungen bestätigen die Überlieferung ihrer Aufbewahrung auf physische Weise.
Zusammenfassung
Diese monumentale Bamun-Prestigepfeife (Inv.-Nr. 143) ist eine außergewöhnliche Leistung der afrikanischen Terrakotta-Kunst. Ihre komplexe, handmodellierte Ornamentik und die trockene, rußverkrustete Patina bieten eine faszinierende materielle Bestätigung ihrer langen Geschichte als verborgener Schatz im königlichen Dachboden.
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Maske (mit Perlen bedeckt - Muscheln auf Stoff)

Prestige-Rohrkopf

Seltenes Reibungsinstrument
