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Notizen

BAMUM Thronhocker (German-Medal-Emulation Plating - Njimem Chiefdom)

Ein hölzerner Hocker mit Karyatidenfiguren, die vollständig mit einer dünnen, geometrischen Blechverkleidung in kontrastierenden Farben und Formen überzogen sind.

1. Ästhetischer Stil und kolonialer Skeuomorphismus

Dieser faszinierende Thronhocker aus dem Njimem-Häuptlingstum stellt einen bemerkenswerten, adaptiven Moment in der Kunstgeschichte der Bamum dar. Während die darunter liegende Holzstruktur die traditionelle Grassfields-Karyatidenform verwendet, ist das Äußere mit einer ungewöhnlichen, dünnen, geometrischen Messing- und Kupferbeschichtung überzogen. Wie der Kurator anmerkt, wird dieses farbenfrohe, geometrische Design als eine direkte Abstraktion und Nachahmung der von deutschen Kolonialoffizieren getragenen Orden und Uniformen interpretiert. Der Künstler aus Bamum hat die visuelle Sprache der ausländischen Akteure übernommen und sie auf einen traditionellen afrikanischen Thron angewendet, um eine neue, moderne Aura von Autorität zu schaffen.

2. Rituelle Funktion und der Mythos der rasenden Brüder

Dieser Thron wird mit der spezifischen, turbulenten Gründungsmythologie der Njimem-Dynastie (die traditionell auf das 14. Jahrhundert zurückgeführt wird) in Verbindung gebracht. Den Wandmalereien im Audienzsaal zufolge kämpften zwei Brüder um den Thron und einigten sich auf einen Wettlauf zu einem großen Stein, um den Sieger zu ermitteln. Der eine Bruder mogelte, indem er seine Anhänger den Lendenschurz des anderen packen ließ, gewann das Rennen und übernahm die Macht durch einen Staatsstreich. Dieser Thron, der dem Großvater des jetzigen Häuptlings zugeschrieben wird, gilt als physischer Sitz dieser historisch umkämpften Macht und erinnert den Clan an die überlieferte Gerissenheit und Rücksichtslosigkeit, die zum Regieren erforderlich sind.

3. Patina, Materialverwitterung und Altersnachweis

Die Metallbeschichtung dieses Hockers spricht für eine Entstehung in der deutschen Kolonialzeit des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Das dünne Blech weist eine ausgeprägte Oxidation auf, mit grünem Grünspan entlang der überlappenden Nähte und der kleinen Stifte, die das Metall am Holz halten. Die Sitzfläche des Hockers ist stark poliert, wobei die Reibung der Gewänder die geometrische Platte glatt gemacht hat, was auf eine langjährige aktive zeremonielle Nutzung durch den herrschenden Großvater hindeutet.

Zusammenfassung

Dieser Thronhocker ist ein bedeutendes historisches Dokument, das die überlieferten Bamum-Nachfolgemythen mit dem visuellen Einfluss des deutschen Kolonialismus verbindet. Seine ungewöhnliche geometrische Verkleidung macht ihn zu einem bemerkenswerten Zeugnis der adaptiven politischen Kunst des Grassfields.

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