BAMUM Messing "Erste Mutter" Hocker (150 cm - Kounden Clan Fruchtbarkeit-Genesis Schrein)
Ein massiver, 150 cm hoher, durchbrochener Messinghocker mit einem filigranen, gitterartigen zylindrischen Sockel. Die Sitzfläche wird vollständig von einer ausdrucksstarken, sitzenden weiblichen Figur überragt, die Kinder hält und einen intensiven, offenen Mund zeigt.
1. Ästhetischer Stil und die Ikonographie der Genesis
Dieser monumentale Messinghocker aus dem Kounden-Häuptlingstum verzichtet auf die typische Karyatiden-Sitzstruktur zugunsten einer überragenden, rein symbolischen Darstellung. Die Ästhetik wird ganz von der krönenden weiblichen Figur beherrscht, die mit dem für die Grassfields typischen aggressiven, hyper-volumetrischen Expressionismus dargestellt ist. Ihr breiter, gezahnter Mund und ihre hervorstehenden Augen vermitteln eine grimmige, unnachgiebige Kraft, während ihre komplexe Frisur ihren elitären Status verdeutlicht. Das komplizierte, durchbrochene Gitter des Hockersockels zeugt von einer meisterhaften Beherrschung des Wachsausschmelzverfahrens, das schweres Metall in eine zarte architektonische Struktur verwandelt.
2. Rituelle Funktion und die erste Mutter
Im Gegensatz zu den üblichen Funktionshockern deutet die Integration einer massiven Figur direkt auf der Sitzfläche darauf hin, dass dieses Objekt nie dazu bestimmt war, von einem lebenden Menschen benutzt zu werden. Wie Hornek bestätigt, wurde diese Figur vom Kounden-Häuptlingstum als die "Erste Mutter" des Klans verehrt - das ultimative Symbol für weibliche Fruchtbarkeit und die Entstehung des Stammes. Dieser Hocker wurde in der königlichen Schatzkammer aufbewahrt und war ein Objekt intensiver Verehrung. Er diente als physischer Anker für die Ursprungsmythologie des Klans, und es wurden ihm Opfergaben dargebracht, um die fortgesetzte demografische Expansion und den Wohlstand des Kounden-Volkes zu sichern.
3. Patina, Materialverwitterung und Altersnachweis
Die Messingoberfläche weist eine reiche, vielfältige historische Patina auf. Die tiefen Vertiefungen des Gittersockels und die filigranen Ritzungen auf der Figur haben eine dunkle, stabile Oxidation erhalten, die das Metall vor aktiver Korrosion schützt. Die hervorstehenden Züge der Ersten Mutter - ihre Knie, Brüste und die Gesichter der Kinder, die sie hält - weisen eine ausgeprägte, goldene Politur auf. Diese selektive Abnutzung bestätigt perfekt ihre Geschichte als hoch verehrtes Schreinobjekt, das während der Clanzeremonien häufig berührt und gesalbt wurde.
Zusammenfassung
Dieser monumentale Messinghocker ist eine brillante Verschmelzung von architektonischer Metallarbeit und tiefgründiger Clanmythologie. Als verehrte "Erste Mutter" des Kounden-Volkes ist er ein unersetzliches Artefakt der Fruchtbarkeits- und Ursprungsanbetung der Grassfields.

