BAMUM Encrusted Fetischist Self-Avatar (Machinben Chiefdom - Martial Power-Figur)
Eine aggressiv geschnitzte, stark verkrustete Holzfigur in gebeugter Kniestellung, die einen auffälligen Kopfschmuck trägt. Der gesamte Oberkörper und der Hals sind dicht mit angehängten Amuletten, Tierhörnern, kleinen Bündeln und geflochtenen Schnüren bedeckt.
1. Ästhetischer Stil und akkumulierter Terror
Diese dem Machinben-Häuptlingstum zugeschriebene Figur wird mit der Ästhetik des "akkumulativen Terrors" in Verbindung gebracht. Die zugrundeliegende Holzskulptur, die mit einem ausdrucksstarken, kriegerischen Antlitz geschnitzt ist, wird fast vollständig von einer dichten Schicht aus angehängten Gris-gris (Amuletten) verdeckt. Diese bewusste Maskierung der Form mit organischen Materialien soll eine Aura von übernatürlicher Kraft vermitteln. Die Figur zielt weniger auf klassische Ästhetik ab, sondern soll eine bedrohliche Wirkung entfalten und die Verbindung zwischen physischer Skulptur und ritueller Praxis herstellen.
2. Rituelle Funktion und der Avatar des Medizinmanns
Diese Figur soll als spirituelles Instrument des rituellen Spezialisten des Häuptlings gedient haben. Wie Hornek nahelegt, kann die Figur als Surrogat oder Avatar des Spezialisten selbst interpretiert werden. Die beigefügten Tier- und Pflanzenamulette sollten, so die traditionelle Vorstellung, nach ritueller Aktivierung ein schützendes und offensives Feld erzeugen, um schädliche Einflüsse abzuwehren. Durch die Lenkung dieser Figur konnte der rituelle Spezialist Einfluss ausüben und zur Aufrechterhaltung der Ordnung beitragen.
3. Patina, Materialverwitterung und Altersnachweis
Der physische Zustand des Objekts weist Spuren auf, die auf eine rituelle Verwendung hindeuten. Das darunter liegende Holz ist durch Ruß, Schweiß und Trankopfer dunkel gefärbt. Die beigefügten Amulette - von Tierhörnern bis hin zu gewebten Faserbündeln - zeigen eine ausgeprägte, natürliche Austrocknung. Die Bindeschnüre sind brüchig und mit getrockneten Opferstoffen (wahrscheinlich Palmöl, Rotholz und organischen Substanzen) verklebt. Diese dicke, organische Kruste spricht für ein aktives Leben in den rituellen Praktiken der Grassfields.
Zusammenfassung
Diese schwer ausgestattete Figur gilt als ein repräsentatives Beispiel bamumischer Akkumulationskunst. Ihre dichte Oberfläche aus ausgetrockneten Amuletten und Opferkruste dokumentiert die rituelle Praxis der Grassfields.

Maske (mit Perlen bedeckt - Muscheln auf Stoff)

Prestige-Rohrkopf

Seltenes Reibungsinstrument
