BAMUN Prestigetrompete (70 cm — Kamerun, Horn und Bronze)
Eine gebogene, 70 cm lange Prestigetrompete, die meisterhaft aus Tierhorn und Bronze gefertigt wurde. Der Hauptkorpus verfügt über ein seitliches Mundstück und ist flächendeckend mit komplexen, ineinandergreifenden geometrischen Mustern beschnitzt. Das Instrument verjüngt sich zu einem gegossenen Bronzeknauf, was einen markanten visuellen und materiellen Kontrast erzeugt, der auf den hohen Status des Objekts hindeutet.
1. Ästhetischer Stil und materielle Komposition
Diese Prestigetrompete aus dem Grasland von Kamerun ist ein hervorragendes Beispiel für die höfische Kunst der Bamun. Der Künstler nutzte die natürliche, elegante Krümmung eines Büffelhorns als Resonanzkörper. Die Oberfläche ist mit präzisen, reliefartigen Schnitzereien versehen, die traditionelle Rautenmotive, Rosetten und Kreuzschraffuren zeigen. Den Abschluss des Instruments bildet ein im Wachsausschmelzverfahren gegossenes Bronzeelement in Form eines stark strukturierten, mit Noppen versehenen Kopfes. Ein schmales Band aus Glasperlen fungiert als visueller und struktureller Übergang zwischen dem organischen Horn und dem metallischen Abschluss, eine Materialkombination, die in der Region traditionell der Elite vorbehalten ist.
2. Rituelle Funktion und klanglicher Herold
Dieses Instrument war nicht für gewöhnliche musikalische Darbietungen bestimmt, sondern fungierte als hochspezialisiertes Staatssymbol. Es wurde ausschließlich bei besonderen Festlichkeiten geblasen, um die Ankunft des Häuptlings akustisch zu verkünden oder um elitäre Maskentänze rhythmisch zu begleiten. Wie aus den Aufzeichnungen des Sammlers hervorgeht, wurde diese spezifische Trompete in situ neben einer Feuerstelle in einem speziellen Ritualraum entdeckt, in dem der rituelle Kontakt mit den Ahnen stattfand. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass ihr durchdringender Klang auch als akustisches Medium genutzt wurde, um bei geheimen spirituellen Riten die Präsenz der Vorfahren heraufzubeschwören.
3. Patina, Oberflächenbeschaffenheit und Erhaltungszustand
Der Korpus weist eine tiefe, rötlich-braune bis schwärzliche Gebrauchspatina auf. Der Bereich um das seitliche Mundstück ist durch die jahrzehntelange Übertragung von Hautölen und Atem während des zeremoniellen Gebrauchs stark geglättet. In den vertieften geometrischen Mustern hat sich eine feine Schicht aus historischem Ruß und Staub abgelagert, was exakt mit der dokumentierten Aufbewahrung nahe einer rituellen Feuerstelle übereinstimmt. Das Bronzeelement am unteren Ende zeigt eine natürliche Oxidation mit deutlichen Spuren von Grünspan, was die authentische Alterung des Metalls in einem traditionellen afrikanischen Umfeld bestätigt.
Zusammenfassung
Diese kunstvoll beschnitzte Trompete ist ein meisterhaftes klangliches und visuelles Symbol der Bamun-Kultur. Die Kombination aus Horn und Bronze sowie die rußfleckige, tief glänzende Patina dokumentieren eindrucksvoll ihre historische Funktion bei der Verkündung königlicher Präsenz und der Beschwörung der Ahnen.
KI-unterstützt erstellt aus Sammlungsgutachten, Objektfotografie und eigener Recherche, redaktionell geprüft. Fehler sind möglich — Hinweise darauf sind uns willkommen. Zum Verfahren →

Maske (mit Perlen bedeckt - Muscheln auf Stoff)

Prestige-Rohrkopf

Seltenes Reibungsinstrument
