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Notizen

BAMUM Royal-Hierarchy Ensemble (110 cm - Kounden Fertile Queen + Nurse + Sterilized Queen + Pot du Peuple)

Ein außergewöhnliches Ensemble großer Terrakotta-Skulpturen: eine sitzende fruchtbare Königin mit Zwillingen, eine stehende Ammenfigur mit einem Topf, eine stehende sterilisierte Königin mit Halsringen und ein separates Ritualgefäß mit Deckel ("pot du peuple"), das auf einem Holzschemel steht.

1. Ästhetischer Stil und Terrakotta-Monumentalität

Die dem Kounden-Häuptlingstum zugeordnete mehrfigurige Terrakotta-Installation gilt als künstlerisch bemerkenswert. Hornek beschreibt ihre künstlerische Gestaltung und Ausdruckskraft als "unvergleichlich". Die Bildhauerarbeit zeigt eine anspruchsvolle narrative Tonmodellierung, indem sie die komplexe Hierarchie des Bamum-Königshofs anhand des Maßstabs und spezifischer physischer Attribute abbildet. Die fruchtbare Königin ist mit mütterlichem, geerdetem Volumen dargestellt, während die begleitende Amme und die stark geschmückte, tätowierte Repräsentationskönigin steife, formale Haltungen zeigen. Der kunstvoll modellierte "pot du peuple" (Topf des Volkes) auf seinem hölzernen Schemel verbindet die menschlichen Figuren mit der rituellen Praxis des Häuptlingstums.

2. Rituelle Funktion und die Hofhierarchie

Dieses Ensemble veranschaulicht Aspekte der königlichen Politik der Grassfields, wie sie in den Berichten von Hornek dokumentiert werden:

  • Die Sitzende Königin mit Zwillingen (eine der vielen Ehefrauen des Clanführers, königliche Insignienkette um den Hals) steht für höchste Fruchtbarkeit. Ihre einzige Aufgabe war es, Kinder zu gebären.
  • Die Krankenschwesterfigur mit dem Topf lebte in einem eigenen Haus und war für die Erziehung der königlichen Kinder zuständig.
  • Die stehende Königin mit Halsringen und Tattoos diente rein repräsentativen, diplomatischen Zwecken. Wie Hornek ausführt, wird für diese Rolle historisch eine Sterilisierung beschrieben, weil sie niemals größer als der König sein durfte und Schwangerschaften ihre Repräsentationspflichten nicht beeinträchtigen durften. Hornek stellt fest, dass diese Praxis - auch wenn sie nicht öffentlich diskutiert wird - in dieser Kultur überliefert ist und vermutlich in größeren Häuptlingstümern praktiziert wurde.
  • Der "pot du peuple " auf seinem speziell angefertigten Hocker enthielt die rituelle Macht des Ensembles: traditionelle Heilmittel, magische Tränke und Zutaten, die den Menschen der Gemeinschaft Macht verleihen sollten.

3. Patina, Materialverwitterung und Altersnachweis

Die niedrig gebrannten Terrakotta-Objekte weisen eine trockene, stark oxidierte und staubige Patina auf. In den tiefen Ritzen der Tätowierungen, Halsringe und Frisuren haben sich über lange Zeit Ruß und rote Erde abgelagert. Der hölzerne Hocker, auf dem der Ritualtopf steht, zeigt eine ausgeprägte Austrocknung und eine gealterte, trockene Oberfläche. Der Umfang und die Fragilität dieses erhaltenen Terrakotta-Ensembles, das in einem traditionellen architektonischen Rahmen überdauert hat, stützen die Zuschreibung als außergewöhnlich geschütztes und hoch verehrtes königliches Werk.

Zusammenfassung

Dieses Terrakotta-Ensemble bietet ein eindringliches physisches Zeugnis der königlichen Hierarchie in Bamum. Von der Darstellung der Fruchtbarkeit bis hin zum Pragmatismus der höfischen Repräsentation gilt es als ein bedeutendes Werk der afrikanischen Anthropologie.

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