SammlungAfrican Art Archive
Notizen

BAMUM "Urahnen" Ahnenpaar (Kounden-Häuptlingstum - Clan-Gründer-Anker)

Ein Paar großer, stark geschnitzter, dunkler Holzfiguren. Sie stehen in starrer, aufrechter Haltung, umklammern Stäbe oder Geräte und haben längliche Gesichter, markante Bärte und traditionelle Prestigekappen.

1. Ästhetischer Stil und die Porträts der Stifter

Dieses dem Kounden-Häuptlingstum zugeschriebene Figurenpaar verkörpert die klassische, feierliche Ästhetik der Ahnenschnitzerei der Grassfields. Im Gegensatz zu den dynamischen, kinetischen Darstellungsfiguren, die in Tänzen verwendet werden, sind diese Statuen mit strenger Frontalität geschnitzt. Die tiefen Dechselstriche definieren ihre vertikale Körperhaltung und die strukturierte, langgestreckte Geometrie ihrer Gesichter. Der Künstler hat den Prestigekappen und den Stäben, die sie halten, besondere Aufmerksamkeit gewidmet, was eine Identifikation als königliche Patriarchen nahelegt.

2. Rituelle Funktion und die überlieferte Abstammung

In Übereinstimmung mit Darstellungen von Hornek wird davon ausgegangen, dass es sich bei diesen Figuren nicht um kürzlich verstorbene Verwandte handelt, sondern um die "Urahnen" – die ursprünglichen, mythologischen Gründer des Kounden-Clans. In der Spiritualität der Grassfields kann die Entstehungsgeschichte des Stammes weit entfernt und abstrakt erscheinen. Die Erschaffung dieser großen, schweren Holzfiguren diente dazu, die alten Gründer aus der mythischen Vergangenheit in eine fassbare Präsenz in der realen Welt zu überführen, wie es in Berichten von Hornek beschrieben wird. Indem sie diese physischen Anker im Schrein unterbrachten, konnten die heutigen Generationen Identität, politische Legitimität und spirituelle Kraft aus ihren rituellen Ursprüngen ziehen.

3. Patina, materielle Verwitterung und Altersindikatoren

Das Holz weist eine tiefe, dichte und geschwärzte Patina auf. Diese Oberfläche ist vereinbar mit einer jahrzehntelangen Aufbewahrung in der rauchgefüllten Umgebung eines traditionellen Ahnenschreins, verbunden mit ritueller Salbung mit Palmöl, Ruß und Rotholzpulver. Die Bereiche des höchsten Reliefs – die Nasen, die Bärte und die Schäfte der Stäbe – zeigen eine glatte, ölige Politur, was auf eine kontinuierliche, aktive Verehrung im Kounden-Häuptlingstum hindeuten kann.

Zusammenfassung

Dieses eindrucksvolle Urahnenpaar wird als physische Stütze der Identität des Kounden-Clans verstanden. Ihre starre, autoritative Schnitzerei und ihre tiefe Patina machen sie zu charakteristischen Beispielen der Ahnenkunst der Bamum.

Weitere Werke der Sammlung