Ein Paar monumentaler, 150 cm hoher Messingglocken. Die unteren, konischen Körper sind mit vielen kleinen Figuren in Relief bedeckt, während die Spitzen von ausdrucksstarken, detaillierten, hockenden Figuren mit großen runden Wangen und durchbrochenen Armreifen bekrönt werden.
1. Ästhetischer Stil und metallurgischer Expressionismus
Diese monumentalen Glocken aus dem Malin-Häuptlingstum zeigen eine charakteristische Mischung aus Bamum-Guss und tikarischem Stil. Wie der Sammlungskatalog ausführt, ist der Einfluss der Tikar erkennbar, obwohl dieser Guss den Bamum zugeschrieben wird. Die Größe des Gusses (150 cm) stellt eine bemerkenswerte technische Leistung dar. Die Ästhetik zeigt sich dynamisch; die krönenden Figuren weisen eine ausdrucksstarke Gestaltung auf, mit großen Augen, vollen Wangen und komplexen, hochreliefierten Körperverzierungen. Der Katalog beschreibt dies als eine "nahezu unvergleichliche Ausdrucksform".
2. Rituelle Funktion und die akustische Reichweite des Staates
Laut Sammlungskatalog wird diesen Objekten eine zentrale Bedeutung für das Malin-Häuptlingstum zugeschrieben. Sie wurden Berichten zufolge zu besonderen Anlässen genutzt, bei denen ein Beamter mit einem Holzstab von unten an die Innenseite des Glockenstuhls schlug. Der massive Messingkörper dürfte einen nachhallenden Klang erzeugt haben, der, wie der Katalog schreibt, "bis in die entlegensten Winkel der Region zu hören gewesen sein soll". Diese akustische Kraft soll genutzt worden sein, um wichtige Nachrichten in der Region zu verbreiten, und diente vermutlich als akustisches Alarmsystem, um vor Konflikten mit benachbarten ethnischen Gruppen zu warnen.
3. Patina, Materialverwitterung und Alter
Die Messingoberflächen weisen eine dichte, komplexe Patina auf. Die mit Reliefs bedeckten Körper der Glocken zeigen eine ausgeprägte Oxidation und Spuren von grünem Grünspan, was mit einer längeren Lagerung in der Umgebung einer königlichen Schatzkammer vereinbar ist. Vor allem die Innenlippen der Glocken weisen geglättete metallische Verdichtungen und Abnutzungserscheinungen auf, die auf ein wiederholtes Anschlagen mit Holzhämmern hindeuten können. Die Politur der ausdrucksstarken Gesichter spricht für ihren Status als geschätzte, verehrte Artefakte.
Zusammenfassung
Diese monumentalen Glockenfiguren aus Messing gelten als bedeutende akustische und optische Zeugnisse der Metallurgie der Grassfields. Ihre ausdrucksstarke Präsenz und ihre überlieferte Funktion als akustisches Alarmsystem des Malin-Häuptlingstums sprechen für eine Einordnung als Artefakte von historischer Bedeutung.
KI-unterstützt erstellt aus Sammlungsgutachten, Objektfotografie und eigener Recherche, redaktionell geprüft. Fehler sind möglich — Hinweise darauf sind uns willkommen. Zum Verfahren →

Maske (mit Perlen bedeckt - Muscheln auf Stoff)

Prestige-Rohrkopf

Seltenes Reibungsinstrument
