BAMUN Fetischeurkalebasse, 70 cm (Inv. 211 — Ritualgefäß des Medizinmannes und Regenmachers)
Ein großes, aus einem organischen Flaschenkürbis (Kalebasse) gefertigtes Ritualgefäß, das von einer komplexen Struktur aus geflochtenen Fasern, geschnitzten Holzfiguren und einer dichten Ansammlung von Amuletten und Medizinbündeln umschlossen ist.
1. Ästhetischer Stil und akkumulative Elemente
Die visuelle Wirkung dieses Bamun-Gefäßes aus Kamerun resultiert aus einer bewussten, vielschichtigen Materialakkumulation. Die natürliche, sphärische Form der zentralen Kalebasse wird teilweise durch ein Netzwerk von Schnürungen verdeckt, die verschiedene Gris-Gris (magische Amulette) an der Außenseite fixieren. Der Ritualspezialist hat geschnitzte Holzfiguren, ein zentrales maskenartiges Gesicht, Federn und fest geschnürte Stoffbündel direkt an das Gefäß gebunden. Der Verschluss wird von einem geschnitzten Holzkopf bekrönt, was die imposante Vertikalität des Objekts unterstreicht. Auf der freiliegenden Oberfläche des Kürbisses sind zudem schwach eingeritzte figurative Motive erkennbar. Dieser akkumulative Stil dient dazu, die mit dem Objekt verbundene übernatürliche Energie zu projizieren, die Glück bringen und Unheil abwenden soll.
2. Rituelle Funktion und das Werkzeug des Regenmachers
Diese Kalebasse ist untrennbar mit den vielseitigen spirituellen Praktiken des Ritualspezialisten oder Medizinmannes des Häuptlingstums verbunden. Dieser ist für magische Rituale verantwortlich und stellt durch entsprechende Opfergaben das Gleichgewicht zwischen der physischen Welt und dem Geisterreich wieder her, wenn negative Ereignisse wie Krankheiten, Unfälle oder Ernteausfälle eintreten. Die Kommunikation mit den Ahnen ist dabei entscheidend, um deren Gesinnung positiv zu beeinflussen. Darüber hinaus werden diese Spezialisten herangezogen, um positive Ereignisse herbeizuführen, insbesondere erfolgreiche Ernten oder – durch die konkrete Handlung eines Regenmachers – den Beginn der Regenzeit. Diese Kalebasse diente der Aufbewahrung von Flüssigkeiten (Palmwein, Hirsebier, Pflanzenextrakte), die zusammen mit tierischen oder pflanzlichen Substanzen für die Durchführung dieser Opferrituale unerlässlich waren.
3. Patina, Materialalterung und Erhaltungszustand
Das Gefäß weist Oberflächenmerkmale auf, die auf eine längere rituelle Nutzung hindeuten. Der organische Kürbis zeigt eine dunkle, gealterte Patina, die wahrscheinlich durch die darin aufbewahrten Flüssigkeiten und die ständige Handhabung nachgedunkelt ist. Die umgebenden Faserbindungen und Stoffbündel sind ausgetrocknet und mit erdigen Rückständen verkrustet, was auf die historische Applikation von Opfergaben oder rituellen Substanzen schließen lässt. Die angebrachten Holzfiguren und Amulette weisen eine natürliche Verwitterung auf; ihre matten, verkrusteten Oberflächen kontrastieren mit dem etwas glatteren Finish des oberen Verschlusses. Das Vorhandensein fragiler organischer Elemente wie Federn unterstreicht den authentischen, funktionalen Kontext des Gefäßes.
Zusammenfassung
Diese reich verzierte Kalebasse ist ein bemerkenswertes Beispiel für die akkumulative Ritualkunst der Bamun. Ihre komplexe Oberfläche aus gebundenen Amuletten, geschnitzten Figuren und verkrusteter Patina entspricht der traditionellen Rolle des Ritualspezialisten im Grasland und diente als unverzichtbares Instrument für Opfergaben, Ahnenkommunikation und Regenmacherpraktiken.
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Maske (mit Perlen bedeckt - Muscheln auf Stoff)

Prestige-Rohrkopf

Seltenes Reibungsinstrument
