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Notizen

BAMUM Fetischist's Gris-Gris Calabash (70 cm - Mabouo Medicine-Man + Rainmaker Vessel)

Eine große, organische Kalebasse, die von einer komplexen Struktur aus gewebten Fasern, geschnitzten Holzfiguren und einer dichten Ansammlung von Amuletten, Muscheln und gebundenen Medizinpaketen umgeben ist.

1. Ästhetischer Stil und das Chaos von Gris-Gris

Dieses Objekt aus dem Mabouo-Häuptlingstum bezieht seine ästhetische Wirkung aus einer dichten, komplexen Akkumulation. Die natürliche Rundung der Kalebasse wird durch eine Vielzahl von Gris-Gris (magischen Amuletten) verdeckt. Es wurden Holzfiguren, Kaurimuscheln, Tierteile und fest verschnürte Medizinbündel direkt an das Gefäß gebunden. Wie Hornek beschreibt, ist diese Kalebasse "mit Figuren und einer Vielzahl von Amuletten, den so genannten gris-gris, verziert, die Glück bringen und Unglück abwehren sollten." Dieser akkumulative Stil soll die dem Objekt zugeschriebene rituelle Energie visuell zum Ausdruck bringen.

2. Rituelle Funktion und das Werkzeug des Regenmachers

Diese Kalebasse gilt als ein vielseitig einsetzbares spirituelles Werkzeug des rituellen Spezialisten (Medizinmann) des Häuptlings. Wie Hornek darlegt, ist dieser für magiebezogene Rituale zuständig, stellt bei negativen Ereignissen (Krankheiten, Unfällen, Missernten) durch Opfergaben das Gleichgewicht zwischen dem realen Leben und der Geisterwelt wieder her und kommuniziert mit den Ahnen, um deren Gemütslage günstig zu beeinflussen. Rituelle Spezialisten werden auch herangezogen, um positive Ereignisse herbeizuführen, wie erfolgreiche Ernten oder – durch das Handeln eines Regenmachers – den Beginn des Regens. Nach den Ausführungen von Hornek diente diese Kalebasse zur Aufbewahrung der für die Durchführung von Opferritualen benötigten Flüssigkeiten (Palmwein, Hirsebier, Pflanzenextraktschnäpse).

3. Patina, Materialverwitterung und Altersnachweis

Die Kalebasse zeigt ausgeprägte Spuren, die auf eine langjährige rituelle Nutzung hinweisen. Die organische Kalebasse ist von den ehemals enthaltenen Flüssigkeiten dunkel verfärbt. Die umgebenden Fasereinbände sind brüchig und weisen Krusten auf, die von Opfergaben wie Kolanüssen und Palmöl stammen dürften. Die beigefügten Holzamulette und Tierelemente weisen eine starke natürliche Austrocknung auf. Diese dichte Oberfläche gilt als schwer künstlich zu reproduzieren und spricht für das Alter und den rituellen Gebrauch dieses Instruments aus den Grassfields.

Zusammenfassung

Diese dicht besetzte Kalebasse ist ein repräsentatives Beispiel der bamumischen Akkumulationspraxis. Ihre Oberfläche aus gealterten Amuletten und Opferkrusten dokumentiert die rituelle Bedeutung des Medizinmanns der Grassfields und seine traditionelle Rolle beim Regenmachen.

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