BAMUM Bronze Häuptlingsmaske (110 cm - Mayap, Häuptling Ngoupayou, Tikar-Guss wahrscheinlich)
Eine massive, 110 cm große, aus Bronze gegossene Helmmaske mit einem breiten Gesicht, wulstigen Augen und einem kunstvollen Kopfschmuck. Die Bronzeoberfläche ist strukturiert, um Perlenstickerei zu imitieren, und vom Kinn hängt eine Franse aus getrocknetem Raphia herab.
1. Ästhetischer Stil und skeuomorphe Metallarbeiten
Diese monumentale Bronzemaske, die aus dem Mayap-Häuptlingstum stammen soll, ist ein bemerkenswertes Beispiel für Skeuomorphismus – eine Technik, bei der ein Material ein anderes detailliert imitiert. Der Gießer hat das Wachsausschmelzverfahren angewandt, um die feinen, rautenförmigen Muster der traditionellen Grassfields-Perlenarbeit in eine schwere Metallhülle zu übertragen. Das Gesicht ist stilisiert, mit großen, starren Augen und gefletschten Zähnen, die eine intensive, übernatürliche Wachsamkeit ausstrahlen sollen. Wie Hornek ausdrücklich feststellt, grenzt das Mayap-Gebiet an die Tikar-Ebenen, und "es ist daher sehr gut möglich, dass diese Maske das Werk eines Tikar war."
2. Rituelle Funktion und dauerhafte Autorität
Wie Hornek ausführt, sind Bronzemasken von dieser massiven Größe (110 cm) und diesem hohen Gewicht in den Häuptlingstümern des Graslandes selten. Es gilt als Prestigeobjekt, dessen Nutzung mit Häuptling Ngoupayou von Mayap in Verbindung gebracht wird. Durch das Tragen oder Vorführen dieses metallischen Avatars bei rituellen Veranstaltungen der Elite sollte die Macht und der Status des Häuptlings verdeutlicht werden. Die Befestigung des organischen Raphiabarts bildet einen Kontrast zu dem Metall und verbindet symbolisch die dauerhafte Macht des Throns mit der Energie der Erde.
3. Patina, Materialverwitterung und Altersindizien
Die Bronze weist eine dunkle, historische Oxidation auf, mit grünem Grünspan in den Vertiefungen des simulierten Perlenwerks. Dies spricht für eine natürliche Alterung des Metalls im feuchten afrikanischen Klima. Die Fasern sind stark ausgetrocknet, brüchig und mit Staub bedeckt, was nahelegt, dass die Zusammenstellung verschiedener Materialien seit ihrer vermuteten zeremoniellen Verwendung durch Häuptling Ngoupayou Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts weitgehend unverändert geblieben ist.
Zusammenfassung
Diese kolossale Bronzemaske ist eine anspruchsvolle Arbeit, welche die Muster der Bamum-Perlenarbeit in schwerem Metall wiedergibt. Sie diente als Symbol für den Reichtum und die Autorität des Häuptlings Ngoupayou.

Maske (mit Perlen bedeckt - Muscheln auf Stoff)

Prestige-Rohrkopf

Seltenes Reibungsinstrument
