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Notizen

BAMUM Messing "Head Wife" Ancestral Queen (100 cm - Kouoboum Matriarchin)

Eine 100 cm große, schwere Messingfigur, die eine stehende, stark geschmückte Frau darstellt. Sie nimmt eine aufrechte, repräsentative Pose ein, hält einen hohen Zeremonienstab in der rechten und eine Pfeife in der linken Hand und weist kunstvolle Skarifikationen am Oberkörper auf.

1. Ästhetischer Stil und die gegossene Matriarchin

Dieser dem Kouoboum-Häuptlingstum zugeschriebene Messingabguss gilt als Darstellung der weiblichen Elite. Die Ästhetik weicht von der oft mütterlichen Haltung ab, die weiblichen Subjekten in manchen Kontexten zugeschrieben wird. Stattdessen ist die Figur in einer ausgeprägten Frontalität dargestellt. Die Gießer nutzten die Technik des Wachsausschmelzverfahrens, um die Frisur, die Körperskarifikationen und den Schmuck detailliert darzustellen. Die Ausführung ist robust und volumetrisch und spricht für die Fähigkeit des Gießers, die Präsenz einer königlichen Matriarchin in Metall zu übertragen.

2. Rituelle Funktion und der Status der "Hauptfrau"

Wie in der Literatur zu dieser Region, etwa bei Hornek, beschrieben wird, gilt das Gießen einer weiblichen Ahnfrau in Messing als eine besondere Ehre, die bedeutenden Persönlichkeiten einer Sippe vorbehalten war. Diese Figur wird in diesem Kontext nicht als Konkubine interpretiert, sondern als die "reine" (Königin) oder "Hauptfrau" eines ehemals herrschenden Häuptlings – in der Regel die ranghöchste Frau, die von der Gemeinschaft als Königin anerkannt wurde. Die Utensilien, die sie in der Hand hält, weisen auf ihren Status hin: Hornek legt nahe, dass der Würdenträgerstab, die Halskette und die Pfeife Symbole politischer Autorität sind, die traditionell oft Männern vorbehalten waren. Es wird überliefert, dass sich eine von der Gemeinschaft als Königin anerkannte Frau in einer solchen Pose darstellen lassen durfte. Die Aufstellung einer solchen Figur in der Schatzkammer sollte den Einfluss und den Rang der Dargestellten in der Geschichte des Kouoboum-Clans im Gedächtnis bewahren.

3. Patina, Materialverwitterung und Altersindizien

Der große Messingguss weist eine ausgeprägte, unpolierte Patina auf. Da es sich um ein Prestigeobjekt gehandelt haben dürfte, das vermutlich in einer Schatzkammer aufbewahrt wurde, fehlen verkrustete Opferanhaftungen. In den Vertiefungen der Skarifikation und Frisur finden sich dunkle Oxidation und Reste des Tongusskerns. Die hervorstehenden Elemente – der Pfeifenkopf, der Stab und die Gesichtszüge – weisen eine goldbraune Politur auf, was mit einer wiederholten Handhabung und Zurschaustellung im Laufe der Zeit vereinbar ist.

Zusammenfassung

Diese Ahnenfigur aus Messing stellt ein eindrucksvolles Zeugnis weiblicher politischer Repräsentation im kamerunischen Grasland dar. Ihre aufrechte Haltung und die Insignien weisen auf ein repräsentatives Matriarchinnen-Porträt hin, das dem Kouoboum-Häuptlingstum zugeordnet wird.

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