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Notizen

BAMUN Chefperlentanzhut [Inv. 240] (70 cm — Kamerun, Häuptlingstum Mayap)

Ein äußerst aufwendiger, hoch aufragender Kopfschmuck, der vollständig von einem dichten Mosaik aus mehrfarbigen Glasperlen und rotem Stoff umhüllt ist. Er zeigt im unteren Bereich ein stilisiertes Gesicht mit markanten Zügen, wird im Mittelteil von vollplastischen Nebenfiguren flankiert, die die obere Ebene stützen, und wird von einer großen, perlenbesetzten Tierfigur – wahrscheinlich einem Chamäleon – gekrönt.

1. Ästhetischer Stil und Perlenarchitektur

Dieser aufwendige Tanzhut aus dem Häuptlingstum Mayap in Kamerun ist ein herausragendes Beispiel für die Perlenstickerei des Graslandes. Die darunterliegende Struktur ist vollständig unter Tausenden von importierten, lebhaft gefärbten Glasperlen verborgen, die in geometrischen Rautenmustern angeordnet sind. Die Ästhetik ist darauf ausgelegt, bei zeremoniellen Auftritten gut sichtbar und dynamisch zu wirken. Die Vorderseite des Hutes zeigt ein großes Gesicht mit roten Stoffakzenten und Kauri-Schnecken als Zähne. Der mittlere Bereich ist mit perlenbesetzten humanoiden Figuren verziert, deren erhobene Arme den oberen Rand stützen. Die Spitze des Hutes wird von einem großen perlenbesetzten Tier gekrönt – einer Figur, die in der Symbolik des Graslandes traditionell mit Anpassungsfähigkeit und königlicher Autorität in Verbindung gebracht wird.

2. Rituelle Funktion und der Elefantentanz

Die Größe von 70 cm, die handwerkliche Komplexität und die materielle Reichhaltigkeit dieses Perlenhutes deuten auf den Reichtum und die politische Bedeutung hin, die mit dem Häuptlingstum Mayap assoziiert werden. Den Aufzeichnungen des Sammlers zufolge wurde diese Art von Hut wahrscheinlich beim Elefantentanz vom Häuptling selbst getragen, in seiner Funktion als Oberhaupt der Geheimgesellschaft kuosi. Durch das Aufsetzen dieser schweren, kunstvollen Krone während des Festes unterstrich der Häuptling visuell seine spirituelle und weltliche Autorität.

3. Materialzustand und Oberflächenbeschaffenheit

Die Materialien und Abnutzungserscheinungen an diesem Perlenhut entsprechen seinem Alter und der zeremoniellen Nutzung. Die Glasperlen, vorwiegend in Braun-, Grün-, Blau- und Weißtönen, weisen eine subtile, ungleichmäßige Mattierung auf, die auf Witterungseinflüsse bei Aufführungen im Freien hindeutet. Die roten textilen Elemente – die für die Ränder, Gesichtszüge und die Extremitäten der obersten Figur verwendet wurden – zeigen erwartungsgemäße Anzeichen von Verblassen, leichter Fusselbildung und Staubablagerungen. Die Kauri-Schnecken, die für Zähne und Augen verwendet wurden, weisen eine natürliche, gealterte Patina auf. Die organischen Fäden, die die Perlen binden, sind weitgehend intakt, obwohl leichte Verschiebungen in den Perlenreihen auf historische mechanische Spannung und Nutzung schließen lassen.

Zusammenfassung

Dieser hoch aufragende Perlentanzhut ist eine eindrucksvolle Manifestation der politischen und spirituellen Autorität der Bamun. Seine komplexe Perlenarbeit, die Verbindung zur kuosi-Geheimgesellschaft und die materiellen Gebrauchsspuren sind vollständig vereinbar mit seiner Zuschreibung an das Häuptlingstum Mayap und den zeremoniellen Elefantentanz.

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