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Notizen

BAMUN Tanzmaske (40 cm — Chefferie Kouoboum, Cross-River-Einfluss)

Eine 40 cm große, holzgeschnitzte Gesichtsmaske, die straff mit Tierleder überzogen ist. Das Objekt stammt aus der Chefferie Kouoboum im Siedlungsgebiet der Bamun in Kamerun und zeichnet sich durch naturalistische Gesichtszüge, tiefliegende Augen, abstehende Ohren und einen geöffneten Mund mit sichtbaren Zähnen aus.

1. Ästhetik und stilistischer Einfluss der Cross-River-Region

Masken und Figuren, die mit Tierleder (oder in sehr viel früheren Traditionen mit der Haut besiegter Feinde) überzogen sind, stellen im Kerngebiet des Kameruner Graslandes bei den Bamun eine absolute Ausnahme dar. Wie die vorliegende Expertise festhält, findet sich diese Technik vornehmlich im Cross-River-Gebiet im südöstlichen Teil Nigerias sowie im angrenzenden westlichen Kamerun. Bei der Herstellung wurde nasse, ungegerbte Tierhaut über den geschnitzten Holzkern gespannt. Beim Trocknen schrumpfte das Leder und verband sich eng mit dem Holz, wodurch eine realistische, hautähnliche Textur entstand, die stark von der klassischen Bamun-Ästhetik abweicht.

2. Kultureller Kontext und „afrikanische Mobilität“

Die Existenz dieser lederüberzogenen Maske in der Chefferie Kouoboum wird auf die typische „afrikanische Mobilität“ zurückgeführt. Es ist davon auszugehen, dass ein Schnitzer aus dem Stileinflussbereich der Cross-River-Region diese Tradition seiner Heimat im Dienst des Oberhauptes der Chefferie Kouoboum weiterführte. Das Objekt dokumentiert somit den interregionalen Austausch und die Migration von spezialisierten Handwerkern innerhalb West- und Zentralafrikas, die ihre spezifischen Techniken an fremde Höfe brachten.

3. Materialbeschaffenheit, Patina und Erhaltungszustand

Die Maske besteht aus einem massiven Holzkern mit einem organischen Lederüberzug. Die Oberfläche weist eine dunkle, glänzende Patina auf, die von tiefbraunen bis zu schwärzlichen Tönen mit rötlichen Nuancen reicht. Auffällig ist eine markante vertikale Linie – eine Naht oder ein altersbedingter Riss im darunterliegenden Holz –, die mittig über Stirn, Nase, Oberlippe und Kinn verläuft. Im Bereich der mandelförmig ausgeschnittenen Augen und des geöffneten Mundes, wo geschnitzte Zähne sichtbar sind, zeigt das Leder historische Schrumpfungsspuren und Mikrorisse. Die glatten, abgeriebenen Partien an den erhabenen Stellen des Gesichts deuten auf ein hohes Alter und einen rituellen Gebrauch hin.

Zusammenfassung

Diese Tanzmaske ist eine bemerkenswerte Anomalie innerhalb der Kunst der Bamun. Sie vereint den Holzschnitt des Kameruner Graslandes mit dem Realismus der Cross-River-Region und zeugt von der historischen Mobilität von Künstlern im Dienst lokaler Herrscher.

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