Tanzmaske
Inv.-Nr.: 242 Ethnie: Bamun Land: Kamerun Material: Holz, Leder Größe: — cm
Diese eindrucksvolle Tanzmaske stammt von den Bamun aus dem Kameruner Grasland. Das im kulturellen Kontext des Kouoboum-Häuptlingstums verwurzelte Objekt besteht aus einem geschnitzten Holzkern, der mit Leder überzogen ist. Es weist deutliche stilistische und materielle Affinitäten zu den Traditionen der angrenzenden Cross-River-Region auf und veranschaulicht den dynamischen interkulturellen Austausch in der historischen afrikanischen Kunst.
1. Kultureller und stilistischer Kontext
Die ästhetische Formensprache und die materielle Ausführung dieser Maske verweisen stark auf die Traditionen der Cross-River-Region im Südosten Nigerias und im westlichen Kamerun. In diesem Gebiet wurden Masken und Figuren historisch oft mit Leder oder, in viel früherer Zeit, mit der Haut getöteter Feinde überzogen. Die Verwendung von hautüberzogenen Masken ist bei den Bamun im Kerngebiet des Kameruner Graslandes selten. Dass diese Masken im Kouoboum-Häuptlingstum dennoch existierten, lässt sich mit Sicherheit auf die typische „afrikanische Mobilität“ zurückführen. Es ist davon auszugehen, dass ein aus der Cross-River-Region stammender Schnitzer die stilistische Tradition seiner Heimat im Dienste des Oberhauptes des Kouoboum-Häuptlingstums fortführte.
2. Formale Analyse
Die Maske zeichnet sich durch eine kühne, expressive Physiognomie aus. Markante, hervortretende Augen sitzen in tiefen, durch helle Pigmente akzentuierten Höhlen und schaffen einen starken visuellen Kontrast, der bei dynamischen Tanzvorführungen äußerst wirkungsvoll gewesen sein dürfte. Die breite Nase und der offene Mund, der sorgfältig ausgearbeitete Zähne offenbart, verstärken die belebte Präsenz der Maske. Der Kopf wird von einem markanten, kappenartigen Kopfschmuck bekrönt, der mit erhabenen, abgerundeten Noppen verziert ist.
3. Material und Oberflächenpatina
Das Objekt besteht aus einem geschnitzten Holzkern, der fest mit Leder ummantelt ist – eine hochspezialisierte Technik, die großes handwerkliches Geschick erfordert. Die Lederoberfläche weist eine satte, dunkle, rotbraune bis schwarze Patina mit glänzendem Finish auf, die auf Alter und rituellen Gebrauch hindeutet. An den erhabenen Stellen des Reliefs, wie der Nasenspitze, den Augenbrauenbögen und den Noppen des Kopfschmucks, sind leichte Abriebspuren erkennbar, an denen die Struktur des Überzugs sichtbar wird. Reste von hellem Pigment, wahrscheinlich Kaolin, haben sich in den vertieften Bereichen um die Augen erhalten und betonen die skulpturale Tiefe sowie die Textur der Ledereinfassung.
Zusammenfassung
Diese Tanzmaske der Bamun (Inv.-Nr. 242) ist ein überzeugendes Beispiel für eine regionale künstlerische Synthese. Durch die Anwendung der Überzugstechnik und der stilistischen Merkmale der Cross-River-Tradition zeugt das Objekt von der Mobilität der Handwerker und dem fließenden Austausch ästhetischer Konzepte zwischen dem Kouoboum-Häuptlingstum und benachbarten Kulturen.
KI-unterstützt erstellt aus Sammlungsgutachten, Objektfotografie und eigener Recherche, redaktionell geprüft. Fehler sind möglich — Hinweise darauf sind uns willkommen. Zum Verfahren →

Maske (mit Perlen bedeckt - Muscheln auf Stoff)

Prestige-Rohrkopf

Seltenes Reibungsinstrument
