BAMUM/TIKAR Messing Prestige + Gedenkfiguren Set (Mantoum - Ergänzung zur 248-Gruppe)
Eine Sammlung von sehr unterschiedlichen Figuren aus Messing im Wachsausschmelzverfahren. Einige (wie 251) stellen langgestreckte, dynamische, fast abstrakte Körperhaltungen dar, während andere (wie 252 und 253) dichte, stark ornamentierte Figuren mit wulstigen, ausdrucksstarken Gesichtern und komplexen Körperdetails sind.
1. Ästhetischer Stil und die Tikar-Gießerei
Wie die vorhergehende Gruppe von Messingfiguren (Objekt 248 mit den Unternummern 248-1A/B, 248-2, 249-1, 249-2 - Hornek verweist direkt auf diesen Satz) stammen diese Objekte aus dem Mantoum-Häuptlingstum, weisen aber künstlerische Merkmale der Tikar-Gießerei auf. Die Vielfalt innerhalb dieser Gruppe ist bemerkenswert. Die dynamische, fast stäbchenartige Abstraktion einiger Figuren kontrastiert mit der dichten, "horror vacui"-Verzierung anderer. Die Tikar-Künstler zeichneten sich dadurch aus, dass sie extreme Gesichtsausdrücke - breite, aggressive Münder und hervortretende Augen - einfingen und die intensive psychologische Präsenz der Holzschnitzerei von Grassfields in das flüssige, dauerhafte Medium der Bronze übertrugen.
2. Rituelle Funktion und die Währung des Status
Diese Objekte sind gänzlich profan und dienen als "Währung" für den sozialen Status innerhalb des Mantoum-Häuptlingstums. Hornek klassifiziert sie (in der parallelen Beschreibung der Gruppe 248-249) wie folgt: "Kurz gesagt, vor allem bei den Messingobjekten geht es sehr oft um nach außen hin zur Schau gestelltes Prestige." Indem der Häuptling diese vielfältigen, hochwertigen Tikar-Gussstücke in seinem Empfangsraum ausstellte, verkündete er seinen Reichtum und seine weitreichenden diplomatischen Beziehungen. Sie sollten die besuchenden Würdenträger beeindrucken und überwältigen.
3. Patina, Materialverwitterung und Altersnachweis
Die Messingoberflächen weisen eine hervorragende, unpolierte historische Patina auf. Die tiefen, filigranen Vertiefungen der Skarifikationen und die Gewänder mit gewebter Textur weisen dunkle Oxidation und Reste des ursprünglichen irdenen Gusskerns auf. Die vorstehenden Elemente - Nasen, Knie und Zeremonienstäbe - weisen eine warme, goldene Politur auf. Dieses spezifische Abnutzungsmuster bestätigt perfekt ihre Geschichte als hochgeschätzte Ausstellungsobjekte, die über viele Jahrzehnte hinweg regelmäßig von königlichen Gefolgsleuten abgestaubt und behandelt wurden.
Zusammenfassung
Diese vielfältige Sammlung von Messingfiguren ist ein großartiges Zeugnis für die metallurgischen Fähigkeiten der Tikar im Dienste der bamumischen Diplomatie. Ihre polierten, nicht opferbereiten Patinas bestätigen ihre wichtige Rolle als reine Instrumente des politischen Prestiges.

