Zum Inhalt
Notizen

Eine vollständig mit aufgefädelten Perlen bedeckte Kalebasse, verschlossen mit einem Stöpsel in Form eines Vogelkopfes. Sie stammt aus dem Dorf Bahdab in der Chefferie Mantoum im Sultanat Foumban, Kamerun.

1. Form und Perlenarbeit

Der runde Körper steht auf einem niedrigen Fußring aus ziegelroten Perlen. Die Fläche ist als Rautenfeld in tiefem Blau und Creme angelegt, jede Raute von einer dünnen roten Perlenlinie umrissen. Der Hals steigt in hellen Perlen zum Stöpsel auf, wo ein rotes Gesicht, ein schwarzer Kamm und weiß umrandete Augen dem Vogel seinen Ausdruck geben. Auf den Schultern klettern zwei Perlenfiguren an den Seiten entlang, ihre Köpfe in Blau und Rot abgesetzt. Der Sammlungskatalog liest sie als vermutlich Echsen, ein bei den Bamun wiederkehrendes Motiv.

2. Gebrauch und Kontext

Laut Sammlungskatalog diente das Gefäß der traditionellen Urteilsfindung. Hatte jemand gestohlen, Feuer gelegt oder sonst gegen die Regeln des Dorflebens verstoßen, musste der Chef den Täter ermitteln. Im Beisein des Chefs und seiner Berater mussten Verdächtige aus dem Gefäß trinken oder pulverisierte Kräuter einnehmen, mit Palmwein oder mit unvergorenem Dolo. Nach der dort beschriebenen Vorstellung schwillt der Körper des Schuldigen an, und er stirbt, wenn er nicht gesteht, während Unschuldigen nichts geschieht.

3. Herkunft

Der Katalog hält fest, dass der Chef von Bahdab Objekten seines Schatzhauses, darunter dieser Kalebasse, die geistige Kraft nahm. Sie wurden so zu gewöhnlichen Gegenständen, die er verkaufen konnte.

Zusammenfassung

Eine Perlenkalebasse mit Vogelkopfstöpsel, die einst als Gefäß der traditionellen Urteilsfindung diente.

KI-unterstützt erstellt aus Sammlungsgutachten, Objektfotografie und eigener Recherche, redaktionell geprüft. Fehler sind möglich — Hinweise darauf sind uns willkommen. Zum Verfahren →

Weitere Werke der Sammlung