BAMUM Double-Mask Architectural Reception (Tam Mayoh-Mabouo - Omnidirectional Guest-Welcome Performance)
Eine höchst ungewöhnliche, komplexe hölzerne Helmmaske, konstruiert wie ein kleines, hohles Haus oder ein architektonischer Rahmen. Die Seiten dieser zentralen Struktur sind mit mehreren geschnitzten Gesichtern verziert, die mit großen Augen und freiliegenden Zähnen in alle Richtungen schauen.
1. Ästhetischer Stil und architektonische Maskerade
Dieses Stück aus dem Tam-Mayoh-Häuptlingstum verzichtet vollständig auf die übliche Anatomie einer Gesichtsmaske und verwandelt den Kopf des Tänzers in ein Stück bewegter Architektur. Die Ästhetik ist brillant und konzeptionell. Die zentrale, hausähnliche Struktur dient als Kern, während die vielen Gesichter, die an den Seiten angebracht sind, ein 360-Grad-Sichtfeld schaffen. Die Schnitzerei der einzelnen Gesichter behält den ausdrucksstarken, volumetrischen Stil der Bamum bei, aber ihre Platzierung auf dem "Haus" gibt der symbolischen Geometrie den Vorrang vor dem biologischen Realismus und sorgt dafür, dass die Maske aus jedem Blickwinkel ins Auge fällt.
2. Rituelle Funktion und der allwissende Empfang
Wie Hornek ausdrücklich dokumentiert, wurde diese Maske "bei großen Festen zum Empfang und zur tänzerisch lebhaften Begrüßung der Gäste" verwendet Horneks wörtliche Symbolik: "Der hausartige Mittelbau soll das Stammesvolk symbolisieren, das auf diese Weise die Gäste zeremoniell empfängt. Die an allen Seiten des Hauses angebrachten Masken, die in alle Richtungen blicken, garantieren, dass dem Maskenträger - ebenfalls symbolisch gemeint - nichts entgeht, d.h. man kann sicher sein, dass wirklich alle Gäste willkommen geheißen werden." Während sich der Tänzer mit schwungvollen, ausladenden Bewegungen bewegte, um die Gäste feierlich zu empfangen, garantierte die Maske, dass kein Gast übersehen wurde.
3. Patina, Materialverwitterung und Altersnachweis
Das Objekt weist eine trockene, stark oxidierte Patina auf, die zu seinem Alter und Gebrauch passt. Die polychromen Pigmente, mit denen die Gesichter gestaltet wurden (wahrscheinlich weißes Kaolin um die Augen und dunkle Ruß-/Kohlefarbe), sind stark verblasst und in die Holzmaserung eingearbeitet. Die strukturellen Verbindungen des "Hauses" weisen natürliche Lockerungen und historische Abnutzungserscheinungen auf, die durch die kinetischen Erschütterungen des kräftigen Tanzes verursacht wurden. Das innere Gerüst, das auf dem Kopf der Tänzerin ruhte, ist geglättet und schweißbefleckt, was seine Geschichte bei lebhaften königlichen Empfängen belegt.
Zusammenfassung
Diese architektonische Doppelmaske ist ein Meisterwerk der konzeptionellen Performance-Kunst aus Bamum. Ihr allwissendes, vielgesichtiges Design schafft ein wunderbares Gleichgewicht zwischen der Wärme eines Stammesempfangs und der wachsamen, alles beobachtenden Macht des königlichen Hofes.

