BAMUM Rainmaker's Figure mit zynischem Eskalationsmechanismus (Tam Mayoh-Mabouo)
Eine sehr große, sehr dynamische männliche Holzfigur, die mit gebeugten Knien steht und einen Gegenstand oder ein Werkzeug an den Mund bzw. die Brust hält. Die Schnitzerei ist schroff, expressionistisch und mit einer dicken, erdigen Kruste überzogen.
1. Ästhetischer Stil und kinetische Dringlichkeit
Diese Figur aus dem Tam Mayoh/Mabouo-Häuptlingstum löst sich vollständig von der starren, statischen Frontalität der üblichen Ahnenschnitzereien. Wie Hornek ausdrücklich beschreibt, ist sie "extrem dynamisch gestaltet" Die Ästhetik ist von kinetischer Dringlichkeit bestimmt - gebeugte Knie, gebeugte Haltung, dynamische Armpositionierung schaffen eine Skulptur, die mitten in der Aktion zu sein scheint. Die Schnitztechnik ist rau und expressionistisch, wobei die rohe, verzweifelte Energie Vorrang vor feinen Details hat.
2. Rituelle Funktion und die Macht des Regenmachers
In Horneks umfangreicher Dokumentation: Regen - Beginn + Ende der Regenzeit + Niederschlagsmenge - ist für die Stammesangehörigen "von elementarer Bedeutung", wobei die Rituale in der Regel von einem spezialisierten Fetischisten durchgeführt werden, "einfach übersetzt als Regenmacher." Horneks Anmerkung zur sozialen Stellung: Der Regenmacher wird "einerseits verehrt, weil er angeblich Regen bringen kann, andererseits wegen seiner übernatürlichen Kräfte gefürchtet."
Horneks wortwörtlicher Eskalations-Mechanismus:
- Schritt 1: Hühner werden als erste Opfertiere eingesetzt
- Schritt 2: bei Erfolglosigkeit → Ziegen
- Schritt 3: wenn immer noch erfolglos → Rinder
- Schuldabwehr: "Wenn es nicht regnet, ist nie der Fetischist schuld, der die Opferhandlung durchführt, sondern der Stammesangehörige, der das Regenritual anordnet, weil er offensichtlich ein minderwertiges Opfer gebracht hat"
Horneks zynische Zeitbeobachtung (erhaltenswert): "Wenn es aber tatsächlich zu Regenfällen kommt, dann zeigt das deutlich die Macht und Fähigkeit des Regenmachers, die 'Geisterwelt' zu beeinflussen. Deshalb werden solche Rituale auch nur kurz vor den normal auftretenden Regenfällen durchgeführt."
3. Patina, Materialverwitterung und Altersindikatoren
Das Objekt präsentiert sich als ein physisches Archiv ritueller Handlungen. Es ist mit einer dicken, undurchsichtigen und stark verkrusteten Patina überzogen, die auf den wiederholten Auftrag von Opferstoffen hindeutet. Das Holz ist stark ausgetrocknet und weist tiefe, organische Risse auf, die sich vertikal durch den Rumpf und die Beine ziehen, was dafür spricht, dass es über längere Zeit den Elementen im Freien ausgesetzt war. Diese ausgeprägte, vielschichtige Oberfläche stützt die Zuschreibung als aktiv genutztes rituelles Objekt.
Zusammenfassung
Diese dynamisch gestaltete und mit einer dicken Opferschicht überzogene Regenmacherfigur gilt als ein eindrucksvolles Zeugnis der Bamum-Ritualkunst. Sie gilt als physisches Zeugnis der Rituale, die zur Sicherung des Überlebens der Tam Mayoh-Gemeinschaft durchgeführt wurden – im Kontext von Horneks Beobachtung, dass der Regenmacher die Opfer traditionell "nur kurz vor den normal auftretenden Regenfällen" ansetzte.

Maske (mit Perlen bedeckt - Muscheln auf Stoff)

Prestige-Rohrkopf

Seltenes Reibungsinstrument
