BAMUM Holzgeschnitzte skeuomorphe Kalebasse (Amidou-Kouandou Minister-Legacy - Männerhaus-Kultgefäß)
Ein fein gearbeitetes Holzgefäß, das so geschnitzt ist, dass es die Form einer natürlichen Doppelkürbisschale (Kalebasse) detailliert nachahmt. Die Oberfläche ist mit komplexen geometrischen Mustern versehen und wird mit einem detailreich geschnitzten Holzstopfen verschlossen.
1. Ästhetischer Stil und hölzerner Skeuomorphismus
Dieses Gefäß stammt aus dem Nachlass von Amidou Kouandou (einem bedeutenden Minister des Sultanats von Foumban - Horneks genannte Quelle für mehrere Objekte in dieser Sammlung, die auch bei Objekt 163 erwähnt wird) und gilt als charakteristisches Beispiel für Skeuomorphismus. Der Bamum-Schnitzer hat aus einem massiven Holzblock die organische, bauchige Form einer natürlichen Kalebassenkürbis nachgebildet. Anschließend wurde diese einfache, zweckmäßige Form aufgewertet, indem die gesamte Oberfläche mit einer komplexen, hochreliefartigen geometrischen Schnitzerei überzogen wurde. Diese Verwandlung einer einfachen, natürlichen Kalebasse in ein arbeitsintensives, kunstvoll geschnitztes Holzobjekt spricht für eine Einordnung als prestigeträchtiges Statusobjekt.
2. Rituelle Funktion und das kultische Getränk
Wie Hornek dokumentiert, weist das Design - reich verzierter Holzkörper + kunstvoll geschnitzter Stopfen - darauf hin, dass "diese Kalebasse höchstwahrscheinlich ein besonderes und prestigeträchtiges Objekt eines Häuptlings ist." Horneks wörtliche Funktions-Unsicherheit: Ob sie "dem 'kultischen' Trinken von Palmwein einer Männergesellschaft im sogenannten Männerhaus oder der Aufbewahrung von im traditionellen Bereich notwendigen 'Flüssigkeiten' diente, lässt sich nicht mehr klären." Hornek führt jedoch aus: "Dieses Gefäß war nicht für den täglichen Gebrauch bestimmt." Der Besitz und das Trinken aus einer hölzernen Kalebasse dieser Qualität verweisen auf den Reichtum und den gehobenen politischen Rang von Amidou Kouandou.
3. Patina, Materialverwitterung und Altersnachweis
Das Holz weist eine ausgeprägte, zweischichtige Patina auf. Die äußere Oberfläche ist poliert, wobei die hervorstehenden Kanten der geometrischen Schnitzereien durch langjährigen Gebrauch zu einem warmen, glänzenden Braun geglättet wurden. Das Innere des Gefäßes und der Boden des geschnitzten Stöpsels weisen einen dunkleren und leicht matten Rückstand auf, was nahelegt, dass das Gefäß früher organische Flüssigkeiten wie vergorenen Palmwein enthielt. Die natürlichen Altersrisse entlang des Bodens sind mit einer historischen Entstehung vereinbar.
Zusammenfassung
Diese fein geschnitzte Holzkalebasse ist ein repräsentatives Beispiel des skeuomorphen Kunsthandwerks der Bamum. Ihre polierte, detailreiche Oberfläche verweist auf die exklusiven, kultischen Trinkrituale der adligen Elite im Sultanat von Foumban.

Maske (mit Perlen bedeckt - Muscheln auf Stoff)

Prestige-Rohrkopf

Seltenes Reibungsinstrument
