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Notizen

BAMUM Messingfigurengruppe (5 Figuren, Mantoum Chiefdom - Tikar-Guss)

Ein dynamischer Satz von fünf Messingfiguren aus Wachsausschmelzguss mit einem König und einer Königin, die mit Pfeifen und komplexen Ornamenten geschmückt sind, einem Herold, der eine Doppelglocke schlägt, einem Musiker, der ein traditionelles Instrument spielt, und einem weiteren Mann, der eine Palmweinkalebasse hält.

1. Ästhetischer Stil und kulturelle Mobilität

Die detailreiche künstlerische Ausführung dieser Gruppe, die dem Mantoum-Häuptlingstum (Bamum-Territorium) zugeschrieben wird, spricht für eine Zuordnung zu den Gießern der Tikar. Die Tikar sind in den Grassfields für ihre hochentwickelte Kunst des Cire Perdue (Wachsausschmelzverfahren) bekannt. Die Ästhetik ist lebendig und detailliert; die Ausführung gibt die Texturen von gewebtem Stoff, Perlenketten und komplexen Frisuren im Messingguss wieder. Die dynamische, schreitende Haltung des Herolds und die lebhafte Mimik der Musiker durchbrechen die starre Frontalität, die man in der afrikanischen Kunst oft sieht, und ergeben ein Tableau von ausgeprägter Vitalität und Plastizität.

2. Rituelle Funktion und weltliches Prestige

Diese Figurengruppe wird primär mit einer weltlichen, politischen Funktion assoziiert; sie gilt als Repräsentation weltlicher Macht. Es wird angenommen, dass die Figuren im Audienzzimmer des Mantoum-Klans aufgestellt wurden, um den Reichtum des Häuptlings zu demonstrieren. Das Ensemble stellt eine königliche Prozession dar: Der Musiker und der Herold kündigen die Ankunft des Königs und der Königin an, gefolgt von einem hochrangigen Notar. Sie fungierten als Instrumente der visuellen Repräsentation, die den Status des Häuptlings und seine Verbindung zu den Tikar-Kunsthandwerkern verdeutlichen sollten. In der Fachliteratur wird teils die Annahme zurückgewiesen, dass diese Stücke rituell oder als Opfergaben verwendet wurden.

3. Patina, Materialverwitterung und Altersnachweis

Die Messingfiguren weisen eine ausgeprägte, unpolierte historische Patina auf. In den tiefen Vertiefungen der komplexen Ornamente finden sich dunkle Oxidationen und Reste des ursprünglichen Tongusskerns, was auf eine einheimische vorindustrielle Herstellung schließen lässt. Die glatten, erhabenen Oberflächen weisen einen warmen, goldbraunen Glanz auf, der auf jahrzehntelange Handhabung und Pflege hindeuten kann. Das Fehlen von Opferverkrustungen ist vereinbar mit der Einordnung als Prestigeobjekte und nicht als Altarfetische.

Zusammenfassung

Dieses Messingensemble gilt als ein bemerkenswertes Zeugnis der afrikanischen Metallurgie und des künstlerischen Austauschs zwischen den Tikar und Bamum. Es stellt eine eindrucksvolle Darstellung weltlicher königlicher Prachtentfaltung und politischer Repräsentation in den Grassfields dar.

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