BAMUM Architectural Display-Model (Madiembi - Caryatid-Supported Ceremonial-House Beistellobjekt)
Eine unglaublich komplexe, mehrfigurige Holzskulptur, die eine quadratische architektonische Hütte mit einem Strohdach darstellt. Das Dach wird von kunstvoll geschnitzten, hochreliefierten menschlichen Karyatidenfiguren gestützt, die als Pfosten des Gebäudes dienen.
1. Ästhetischer Stil und architektonische Miniaturisierung
Diese Skulptur aus dem Madiembi-Häuptlingstum ist eine atemberaubende, dreidimensionale Momentaufnahme der königlichen Architektur von Bamum. Der Künstler hat eine außergewöhnliche Leistung der Miniaturisierung vollbracht, indem er die strukturellen und dekorativen Elemente eines elitären Grassfields-Gebäudes perfekt nachgebildet hat. Die Verwendung von echtem Stroh für das Strohdach verleiht dem Ganzen noch mehr Realismus und schafft ein Diorama aus verschiedenen Medien. Wie Hornek ausdrücklich feststellt, ist die Verwendung geschnitzter menschlicher Figuren als tragende Pfosten "normalerweise nur bei so genannten zeremoniellen Häusern der Fall, die ausschließlich Männern vorbehalten sind, wo sie auf 'rituelle Weise' Palmwein trinken"
2. Rituelle Funktion und die passive "Zurschaustellung"
In der Bamum-Kultur muss ein Objekt nicht immer getanzt oder geopfert werden, um immense Macht zu besitzen. Horneks wortwörtliche Kategorisierung: "Das Wesen einer Schaufigur oder eines Beistellobjekts (Beistellobjekt) liegt darin, dass es seine Aufgabe, seine Funktion, allein dadurch erfüllt, dass es z.B. im Audienzraum des Häuptlings aufgestellt wird." Hornek listet mögliche Bezüge auf: das Zeremonienhaus der Männer, das ehemalige Prestigezimmer des Sippenhäuptlings, die Hütte einer seiner Frauen (wahrscheinlich seine Lieblingsfrau) oder das Schatzhaus, in dem rituell wertvolle Gegenstände aufbewahrt werden. Die bloße Platzierung erfüllte ihre Funktion: Sie bot dem Besucher eine unmittelbare visuelle Bestandsaufnahme des architektonischen Reichtums des Häuptlings.
3. Patina, Materialverwitterung und Altersnachweis
Das Holz weist eine reiche, trockene und sehr komplexe historische Patina auf. Die inneren Nischen der Miniaturhütte und die Räume zwischen den Karyatidenfiguren sind mit jahrzehntelangem Staub und Ruß aus der Schatzkammer von Madiembi überzogen. Das organische Strohdach zeigt eine extreme, authentische Austrocknung und Brüchigkeit, was beweist, dass es über Generationen hinweg in einer tropischen Umgebung intakt geblieben ist. Die Außenkanten der geschnitzten Stützfiguren weisen eine glatte, dunkle Politur auf, die davon herrührt, dass sie bei königlichen Audienzen sorgfältig bewegt und ausgestellt wurden.
Zusammenfassung
Dieses außergewöhnliche Architekturmodell ist ein Meisterwerk der Bamum-Miniaturisierung und des Mixed-Media-Realismus. Als passive Repräsentation von Reichtum verewigt es dauerhaft die großen, von Karyatiden getragenen Strukturen der Elite von Grassfields.

