BAMUM Handgetragene Weiden-Schild Performance Maske (Madiembi - 6-Maske Notable-Procession Obedience-Instrument)
Eine markante, tief geschnitzte Gesichtsmaske aus dunklem Holz mit auffallend blauen/dunklen Pigmenten, langen, ausladenden Hörnern oder Ohren und intensiven, eingesetzten Augen. Einzigartig ist, dass das hölzerne Gesicht nicht direkt getragen wird, sondern sicher auf einem großen, rechteckigen Schild aus dicht geflochtenem Hürdengeflecht (Weide/Rattan) befestigt ist.
1. Ästhetischer Stil und der Weidenschild
Dieses Stück aus dem Madiembi-Häuptlingstum weist ein einzigartiges strukturelles und ästhetisches Format auf. Die Holzmaske selbst ist ein klassisches Beispiel für den volumetrischen Expressionismus der Bamum, bei dem tiefe Pigmente und eine aggressive Gesichtsgeometrie eingesetzt werden, um Macht zu demonstrieren. Die wahre künstlerische Innovation ist jedoch die Montage. Wie Hornek ausdrücklich bestätigt, "ist bei der Hürdenarbeit (Weidengeflecht) die Maske selbst aufwändig hergestellt worden" Durch die Befestigung der Maske an einem großen, rechteckigen Weidengeflecht hat der Künstler den physischen und visuellen Fußabdruck des Objekts drastisch vergrößert. Die daraus resultierende Ästhetik ist höchst architektonisch und verwandelt eine Gesichtsverkleidung in eine massive, tragbare Wand geistiger Autorität.
2. Rituelle Funktion und die Prozession des Gehorsams
Aufgrund ihrer großen, schildartigen Konstruktion wurde diese Maske nicht über dem Gesicht getragen, sondern in der Hand gehalten. Wie Hornek ausdrücklich dokumentiert: "Die Angehörigen dieses Häuptlingstums trugen solche Masken mit der Hand bei rituellen Festen wie Aussaat, Ernte, Beerdigungen, Festen zu Ehren des Häuptlings, um ihre Unterwürfigkeit zu bezeugen." Hornek bestätigt den Prozessionskontext: "Diese Maske ist Teil einer Maskenprozession, die aus sechs Masken dieses Typs besteht, die von einer - wahrscheinlich geheimen - Männergesellschaft aus Honoratioren bestritten wurde." Horneks abschließende Formulierung über die visuelle Wirkung: "hinterlässt einen starken Ausdruck von gebietendem Gehorsam" Vergleiche 279 (Tam-Mayoh-Mabouo, Bambusstangenmaske für Königskinder) - dieselbe handgetragene, die Sichtbarkeit verstärkende strukturelle Anpassung.
3. Patina, Materialverwitterung und Altersnachweis
Die Maske und ihre Halterung weisen eine sehr authentische, materialübergreifende Alterung auf. Das hölzerne Gesicht weist eine stark oxidierte, leicht verkrustete Patina auf, wobei die aufgetragenen Pigmente (insbesondere die dunklen Blau- und Schwarztöne) stark verblasst und in das Holz eingedrungen sind. Das komplizierte Korbgeflecht auf der Rückseite ist trocken, brüchig und durch jahrzehntelange Staub- und Rußablagerungen in den Hütten der Geheimbünde des Häuptlingstums verdunkelt. Die Bereiche des Weidenschildes, in denen die Honoratioren das Objekt mit der Hand anfassten, weisen deutliche, geglättete Reibungsverschleißspuren auf, was seine aktive Verwendung bei königlichen Prozessionen bestätigt.
Zusammenfassung
Diese einzigartige, an einem Schild befestigte Performance-Maske ist ein monumentales, gut sichtbares Instrument der bamumischen Staatskontrolle. Sie wurde von der Elite getragen und verlangte mit ihrem massiven Weidengestell und dem grimmigen Holzgesicht während der wichtigsten Madiembi-Feste absolute Unterwürfigkeit.

