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Notizen

DJENNE Maternity Tomb Figure (Veröffentlichte Provenienz)

Eine Mutterschafts-Terrakotta aus Djenne (9.-16. Jh., 26 cm) aus Mali - idealisierte Mutterschaft im klassischen Inland-Niger-Delta-Stil, mit länglichem Gesicht, vorgewölbten, parallel eingeschnittenen Augen und ausgeprägter Skarifikation, ein Kind tragend dargestellt, die Oberfläche stark verwittert durch Anschwemmungen. Veröffentlicht in Arts d'Afrique Noire Nr. 29 (1979, S. 24). Gepaart mit 0320.

1. Die Djenne-Jeno-Mutterschaftstypologie

Die Mutterschaftsfiguren aus Djenne-Jeno und der weiteren Region des Nigerdeltas gehören zu den am meisten verehrten und komplexesten Formen der mittelalterlichen malischen Kunst.

  • Anatomische Übertreibung: Die Ästhetik konzentriert sich auf extreme körperliche Spannung und anatomische Übertreibung - und vermittelt eher spirituelle als rein physische Zustände.
  • Meisterliche Applikationskunst: Mit komplizierten Tonapplikationstechniken werden schwere Augenlider, Halsketten, Armbänder und Keloidnarben hergestellt.

2. Fruchtbarkeitsschreine und das Konzept von Nyama

Im kosmologischen Denken der Mande besaßen die Frauen eine bedeutende Nyama (spirituelle Lebenskraft), vor allem im Hinblick auf die gefährliche Schwelle der Geburt eines Kindes.

  • Votivschrein-Objekte: Diese Figuren wurden in Fruchtbarkeitsschreinen aufgestellt oder in die Lehmziegelwände von Elitenwohnungen eingebaut.
  • Dynastischer Schutz: Sie baten die Geister der Vorfahren um erfolgreiche Schwangerschaften, schützten gefährdete Neugeborene vor bösartigen Kräften und sicherten das Fortbestehen der Dynastie von Familien, die in der rauen mittelalterlichen Sahelzone lebten.

3. Dokumentierte Herkunft und alluviale Validierung

Dieses Stück hat eine prestigeträchtige dokumentierte Herkunft.

  • Arts d'Afrique Noire Publikation: Veröffentlicht in der kanonischen Zeitschrift Arts d'Afrique Noire Nr. 29 (1979, S. 24) - ein unwiderlegbarer Beweis für die Authentizität und den elitären Ausstellungsstatus.
  • Komplexe Stratigraphie: Der Ton offenbart eine komplexe Stratigraphie aus verkalkten grauen Krusten, Flusssedimenten und antiken Trankopfern, die für die anaerobe Bestattung in den Niger-Auen charakteristisch sind.

Zusammenfassung

Diese Figur, die die intensive spirituelle und physische Schwere der mittelalterlichen malischen Mutterschaftskulte einfängt und deren Herkunft bis ins Jahr 1979 zurückverfolgt werden kann, ist ein musealer Schatz von unbestreitbarer Bedeutung.

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