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Notizen

DAKAKARI Reiterliche Begräbnisfigur

Eine große, imposante Terrakotta-Skulptur (19.-20. Jh., 75 cm) aus dem nigerianischen Dakakari, die einen stark stilisierten, abstrakten Reiter auf einem Pferd darstellt, der mit eingeschnittenen linearen Strukturen bedeckt ist.

1. Elite-Grabmäler

Die Dakakari im Nordwesten Nigerias sind bekannt für ihre monumentalen Terrakotta-Grabmäler.

  • Der Friedhof als Altar: Diese großen Keramikskulpturen wurden nicht in Häusern aufbewahrt. Sie wurden direkt oberirdisch auf den mit Steinen ausgekleideten Gräbern hochrangiger Personen auf kommunalen Friedhöfen aufgestellt, wo sie der Witterung der westafrikanischen Savanne schonungslos ausgesetzt waren. Da eine Freilagerung über mehrere Jahrhunderte unweigerlich zu massiver Oberflächenerosion geführt hätte, verweist der exzellente Erhaltungszustand dieses Stücks mit seiner oberflächlichen Patina und den bemerkenswert scharfkantigen Ritzdekoren auf eine jüngere Entstehung im 19. bis 20. Jahrhundert.
  • Heiliger Brand: Die Herstellung eines Terrakottastücks dieser Größe (75 cm) erfordert großes Geschick, da der dicke Ton beim Brennen unter freiem Himmel zu explodieren droht. Die erfolgreiche Herstellung war selbst ein Beweis für die Beherrschung der magischen Eigenschaften von Erde und Feuer durch den Kunsthandwerker.

2. Das Reitersymbol der Aristokratie

  • Reichtum und Macht: In den von Tsetsefliegen heimgesuchten Regionen der Sahelzone und der Savanne war es außerordentlich schwierig und teuer, ein Pferd am Leben zu erhalten. Das Pferd wurde zum ultimativen Symbol für Reichtum, militärische Stärke und aristokratische Macht.
  • Der ewige Reiter: Den Verstorbenen zu Pferde darzustellen, war die höchstmögliche Ehre. Es signalisierte den Lebenden und der Geisterwelt, dass ein großer Krieger oder Häuptling in das Reich der Ahnen übergegangen war. Die Abstraktion des Reiters - der fast nahtlos mit dem Reittier verschmilzt - unterstreicht den mythischen, jenseitigen Status des Verstorbenen.

Zusammenfassung

Diese Dakakari-Reiterfigur ist ein seltenes erhaltenes Denkmal aus dem 19. bis 20. Jahrhundert - ein eindrucksvolles historisches Dokument der nigerianischen Aristokratie, das errichtet wurde, um das ewige Ansehen eines großen Führers zu gewährleisten und als Mittelpunkt der Ahnenverehrung zu dienen.

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