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Notizen

DOGON Seltene abstrakte Reiter-Altarfigur (Verlag "DOGON", 19. Jh., 12 cm)

Diese Miniatur-Eisenskulptur zeigt ein stark abstrahiertes Pferd mit gebogenem Hals, auf dem ein Reiter sitzt, der nur noch eine vertikale Wirbelsäule hat und dessen dünne Arme nach vorne reichen, um die unsichtbaren Zügel zu ergreifen. Das gesamte Stück ist mit einer dicken, brüchigen Rostkruste überzogen.

1. Ästhetischer Stil - Extremer reiterlicher Essentialismus

Die Reiterfigur ist in der westafrikanischen Kunst ein allgegenwärtiges Machtsymbol, aber dieses Stück treibt das Motiv bis an den Rand der Lesbarkeit. Der Schmied hat jegliches Volumen eliminiert und das Pferd und den Reiter auf ein zerbrechliches Gerüst aus Eisendraht reduziert. Der Körper des Reiters ist nichts weiter als eine vertikale Fortsetzung des Vorderbeins des Pferdes, das sich scharf zu den Armen biegt. Dieser strenge Essenzialismus zwingt den Betrachter, sich ganz auf die kinetische Beziehung und die hierarchische Überhöhung der menschlichen Figur über das Tier zu konzentrieren.

2. Rituelle Funktion - Die himmlische Arche des Hogon

Da Pferde in den Bandiagara-Klippen unglaublich selten und zerbrechlich waren, signalisiert die Darstellung eines Pferdes in Eisen sofort eine überragende, übergeordnete Autorität - nämlich die des Hogon. Der Reiter hier ist jedoch kein Krieger; er trägt keine Waffen. Seine Arme strecken sich nach vorne in einer Geste der Kontrolle oder der Opfergabe. Dies legt eine kosmologische Interpretation nahe, bei der das Pferd die "Arche" des Nommo darstellt, die durch die spirituelle Leere navigiert und vom Ahnenpriester geführt wird, um Leben und Ordnung auf die Erde zu bringen.

3. Physische Patina - brüchiger Zerfall und Zerbrechlichkeit

Die Tatsache, dass ein Objekt mit so dünnen, zarten Eisenanhängseln aus dem 19. Jahrhundert überlebt hat, ist außergewöhnlich. Das Metall leidet unter fortgeschrittener, brüchiger Oxidation, wobei der Rost die dünnen Gliedmaßen aktiv strukturiert. Die Tatsache, dass die dünnen "Arme" des Reiters trotz dieser tiefen Korrosion nicht abgebrochen sind, spricht für die unglaubliche Schmiedekunst des ursprünglichen Dogon-Schmieds, der es geschafft hat, dünnen Draht mit struktureller Beständigkeit zu versehen.

Zusammenfassung

Diese Figur, die den majestätischen Archetypus des Reiters auf eine zerbrechliche, drahtdünne Silhouette reduziert, ist eine Meisterklasse der räumlichen Abstraktion der Dogon. Ihr Überleben trotz fortgeschrittener, brüchiger Oxidation macht sie zu einem auf wundersame Weise erhaltenen Symbol der himmlischen Navigation aus dem 19. Jahrhundert.

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