DOGON Monumentaler Menschlicher Abstrakter Altarstab GOBO (In der Fachliteratur dokumentiert, dem 19. Jh. zugeschrieben, 153 cm)
Dieser monumentale Eisenstab mit einer Höhe von 153 cm stellt eine kletternde humanoide Figur dar. Er zeigt geschwungene, asymmetrische Oberarme in der Nähe der Spitze und lange, fließend geschmiedete Beine, die um den unteren Schaft gewickelt sind. Das massive Stück weist eine dunkle, gleichmäßige und stabile Rostpatina auf.
1. Ästhetischer Stil - Serpentinenförmiger Aufstieg und Monumentalschmiedekunst
Dieser Stab kann als ein bemerkenswertes Zeugnis der Dogon-Schmiedekunst angesehen werden, sowohl in seinem beachtlichen Umfang als auch in seiner kinetischen Gestaltung. Die Figur ist nicht statisch, sondern scheint die Eisenstange aktiv zu erklimmen. Die geschwungenen, asymmetrischen Arme strecken sich nach oben, während sich die langgestreckten Beine um die Mittelachse winden. Diese fließende, schlangenartige Umarmung erinnert an den Mythos von Lebe, dem Vorfahren, der sich in eine Schlange verwandelte. Dem Werk gelingt es, biologische Spannung und Aufwärtsbewegung in einem über anderthalb Meter hohen Stück Eisen zu vermitteln.
2. Rituelle Funktion - Die Axis Mundi des Hogon
Aufgrund seiner Höhe (über 1,50 m) wird dieser Stab in der Literatur oft über eine einfache Altarstatue hinausgehend interpretiert und kann als eine Axis Mundi verstanden werden – die physische Säule, die die Erde mit dem Himmel verbindet. Solche monumentalen Stücke werden traditionell mit dem Besitz eines Hogon verbunden. Es wird angenommen, dass sie bei großen landwirtschaftlichen Festen (Bulu) in der Mitte des Dorfplatzes aufgestellt wurden und als sichtbarer Brennpunkt für die Gebete der Gemeinschaft dienten. Die kletternde Figur wird dahingehend interpretiert, dass sie visuell verdeutlichen sollte, dass die Opfer des Dorfes zum Schöpfergott hinaufgetragen wurden.
3. Physikalische Patina - Stabile Patinierung und bemerkenswerte Erhaltung
Das Schmieden eines einzelnen Stücks Eisen dieser Länge in der Sahelzone des 19. Jahrhunderts setzte erhebliches metallurgisches Geschick voraus. Trotz seiner Größe und der vermuteten Verwendung im Freien zeigt sich das Eisen in einem stabilen Erhaltungszustand. Der dunkelbraune Rost ist stabil und gleichmäßig, ohne tiefgreifende Abplatzungen, die andere Stücke beeinträchtigen können. Die Erhaltung der filigranen Hände und der umhüllenden Beine eines Stücks dieser Größe wird in der Fachliteratur zu den Dogon dokumentiert.
Zusammenfassung
Dieser monumentale 153 cm lange Stab veranschaulicht die für die Dogon typische Symbolik der Verbindung zwischen Himmel und Erde. Sein charakteristisches Serpentinendesign, die stabile Oxidation und die Erwähnung in der Fachliteratur stützen seine Einordnung in den Kontext der traditionellen afrikanischen Schmiedekunst.



